Staus

Baustellen verursachen im Berufsverkehr Chaos auf dem Dortmunder Wall

Wer in nächster Zeit zur Rush Hour in der City auf dem Wall unterwegs ist, braucht Zeit - viel Zeit. Denn sowohl am Dortmunder U als auch auf dem Burgwall sorgen Baustellen für Probleme.

Eine neue Baustelle an der Ecke Königswall/Schmiedingstraße zerrt seit Dienstag gewaltig an den Nerven vieler Autofahrer. Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) verlegt im Kreuzungsbereich Versorgungsleitungen, deshalb ist die Zufahrt in die Schmiedingstraße gesperrt.

Schlimmer aber ist: Auf dem Wall in Richtung Norden sind wegen der Baustelle nur zwei Spuren befahrbar. Eine für Linksabbieger in Richtung Brinkhoffstraße, eine in Richtung Hauptbahnhof. Die Folge: Im Berufs- und Feierabendverkehr herrscht zeitweise absoluter Stillstand. Die DEW-Arbeiten sollen voraussichtlich Mitte November abgeschlossen sein.

Zwei Baustellen am Wall legen den Verkehr lahm

Am Mittwochnachmittag (10.10.) um 16 Uhr versuchen tausende Autofahrer, durch die City in Richtung Feierabend zu gelangen. Doch schnell ist das nicht zu machen. Der Wall in Richtung Norden ist dicht - aber auch in der Gegenrichtung steht der Verkehr. Bis zu einer halben Stunde dauert es, um vom Burgwall bis zur Kreuzung am Westentor zu gelangen. Auch am Burgwall gibt es eine Baustelle, nicht alle Fahrspuren sind befahrbar.

So eine Blechlawine habe sie selten gesehen, meint eine Anwohnerin mit Blick auf die Heerscharen im Schneckentempo dahinzuckelnder Autos und witzelt, ob man jetzt Stuttgart Konkurrenz machen wolle. Dort stehen Autofahrer im Berufsverkehr immer mehr als dass sie fahren.

Manche PKW-Fahrer haben die Warterei satt. Sie versuchen zu wenden und in Nebenstraßen abzubiegen. Lastwagen machen das Verkehrschaos schließlich perfekt: Im stockenden Verkehr mitgezogen, verstopfen sie Kreuzungen und blockieren Abbieger. Es staut sich auf dem Wall bis zur Thier-Galerie, auf der Rheinischen Straße, der Brinkhoffstraße und in einigen Nebenstraßen.

Ein Rettungswagen kommt nicht durch

Einige Autofahrer finden, dass das Chaos durchaus historische Züge annehme: "Ich lebe mein ganzes Leben lang in Dortmund, aber so was habe ich auf dem Wall noch nicht erlebt", sagt Ingeborg Beyer (70), die seit zehn Minuten mit ihrem Mann im Auto auf der Kampstraße warten muss, um auf den Wall zu fahren.

Dann wird es auf einmal hektisch, die Fahrzeuge versuchen - so gut es geht - eine Gasse zu bilden. Von hinten hört man schon laut und deutlich ein Martinshorn erklingen. Ein Rettungswagen nähert sich - und steht auch erst einmal. Denn auf einspuriger Bahn lässt sich schlecht Platz machen - vor allem wenn die Autos fast Stoßstange an Stoßstange stehen.

Erst nach einigen Minuten kann der Rettungswagen seinen Einsatz fortsetzen.

Hätte die Baustellenplanung optimiert werden können?

Manche versuchen derweil, dem Stau etwas Positives abzugewinnen. Auf Höhe der Thier-Galerie nutzt eine Autofahrerin die Gunst der Stunde und parkt vor dem Einkaufszentrum. Sie werde bis 18 Uhr warten und hoffe, dass sie dann nicht mehr so lange im Stau stehen muss. Trotzdem frage sie sich, ob die Baustellenplanung in diesem Fall nicht hätte etwas optimiert werden können.

Zu dieser Frage gab es auf eine Anfrage unserer Redaktion am Mittwochnachmittag an die Stadt keine Rückmeldung mehr. Fakt ist: Die Baustelle am Burgwall soll plangemäß am Samstag (13. Oktober) beendet sein. Wenn DEW21 mit der Baustelle an der Schmiedingstraße bis dahin gewartet hätte, würde man den Autofahrern auf dem Wall weniger zumuten. Zumal ab Montag (15. Oktober) Herbstferien sind - mit erwartungsgemäß weniger Verkehr.

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