Stellenabbau in Dortmund geplant

Anlagenhersteller KHS sorgt für Unmut in der Lokalpolitik

WAMBEL - Die Pläne des Anlagenherstellers KHS, in Dortmund binnen zwei Jahren 170 Stellen zu streichen, ziehen erste Reaktionen nach sich. Unmut kündigt sich in der zuständigen Bezirksvertretung Brackel an: Denn die Politik war KHS zuletzt sehr entgegengekommen, um den Standort und damit auch Arbeitsplätze zu erhalten.

Die Pläne von KHS, in Dortmund binnen zwei Jahren 170 Stellen zu streichen, ziehen erste Reaktionen nach sich. In der Bezirksvertretung Brackel, auf deren Gebiet der Firmensitz an der Juchostraße liegt, werde es "Unmut über wegfallende Arbeitsplätze geben", sagte am Dienstag Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka gegenüber der Redaktion.

IG Metall kritisiert KHS-Nachricht vor Weihnachten

Der Hersteller von Abfüllanlagen hatte am Montag seine rund 1400 Mitarbeiter in Dortmund informiert. Betriebsrat und IG Metall kritisierten den Zeitpunkt vor Weihnachten und forderten von KHS, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. KHS äußerte sich nicht. Beim Mutterkonzern Salzgitter AG hieß es am Dienstag, man gebe zu dem geplanten Jobabbau und den Gründen dafür keine Stellungnahme ab.

Erst kürzlich ist ein Teil der Juchostraße zum KHS-Firmengelände geworden und nun für den Straßenverkehr gesperrt. Mit der Regelung kamen Bezirksvertretung und Rat einer Bitte des Unternehmens nach, das nun Sicherheitsbestimmungen für den Welthandel besser erfüllen kann.

Mit dem Entgegenkommen bei der Juchostraße habe man getan, was eine Stadt tun könne, um den Gewerbestandort zu verbessern und Arbeitsplätze zu erhalten, sagt Czierpka. "Letztlich dient ja die Einziehung der Juchostraße dazu, die Schwächen des Standortes zu beseitigen und es KHS zu ermöglichen, ohne kostenintensive Nachteile auf dem schwierigen Geschäftsfeld zu bestehen."

Geplanter Stellenabbau bei KHS sorgt für Diskussionen

Dass KHS nun Jobs streichen will, dürfte daher viele Lokalpolitiker verärgern. Auch auf der Facebook-Seite unserer Redaktion sorgt das Thema für Diskussionen. Und auch dort wird der Zusammenhang mit der Juchostraße hergestellt. "Erst klauen sie uns die Straße und jetzt fliegen welche raus...klasse Unternehmen", schreibt etwa ein Nutzer.

Auf die Frage, ob die Politik das Entgegenkommen bezüglich der Juchostraße nicht hätte an eine Beschäftigungsgarantie knüpfen können, sagte Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka: "So etwas wäre mehr als unseriös gewesen." Dazu seien die Einflussfaktoren, unter denen ein international tätiges Unternehmen arbeitet, zu vielgestaltig.

Czierpka wartet jetzt auf weitere Informationen zu den Hintergründen des geplanten Stellenabbaus.

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