RVR stellt Bedarfsplan für Alltags-Radverkehr vor

Mit dem Rad von Zentrum zu Zentrum

Dortmund - Einen Bedarfsplan für städteübergreifenden Alltags-Radverkehr hat der Regionalverband Ruhr (RVR) entwickelt. In dieser Woche wurde das Konzept erstmals öffentlich vorgestellt. Doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus.

Ein dichtes Straßennetz zieht sich durch das Ruhrgebiet. Für Radler sind solche durchgehenden Verbindungen über die Stadtgrenzen hinaus noch ein Traum - den der Regionalverband Ruhr (RVR) aber möglichst bald erfüllen will. Am Dienstag stellte er Vertretern aus dem östlichen Ruhrgebiet sein Konzept für ein regionales Radwege-Netz vor, das städteübergreifend Pendler zum Umsteigen vom Auto aufs Rad bewegen soll.

"Unsere Idee ist es, für den Alltagsradverkehr Angebote zu schaffen, die über die Stadtgrenzen hinaus gehen", erläutert Thomas Pott, Mobilitätsplaner beim RVR. Die bestehenden Pendlerströme, die Verknüpfung mit dem Öffentlichen Nahverkehr und die Anbindung an große Arbeitsorte waren dabei wichtige Gesichtspunkte. "Ziel ist die kürzeste Verbindung von Zentrum zu Zentrum", erläutert RVR-Planungsdezernent Martin Tönnes.

Feste Standards für alle Radwege

Ähnlich wie für die geplanten Radschnellwege soll es für die regionalen Radverbindungen einheitliche Standards geben - mit mindestens drei Metern Breite und durchgehend asphaltiert. Bei einer gemeinsamen Führung mit Gehwegen ist eine Mindestbreite von 3,50 Meter vorgesehen. Drei zentrale Strecken mit Verzweigungen sind in dieser Kategorie in Dortmund vorgesehen.

Jeweils vom Wallring geht es entlang der Bahntrasse in Richtung Nordosten nach Kamen mit Abzweig an der Rüschebrinkstraße über Derne nach Lünen sowie über Mengede nach Waltrop - mit Abzweig in Huckarde in Richtung Castrop-Rauxel. Nach Süden soll es über die Märkische Straße nach Hörde und von dort weiter nach Schwerte beziehungsweise in Richtung Osten über Aplerbeck nach Holzwickede gehen.

In die dritte Kategorie, die der "Regionalen Radverbindung" gehört ein Weg, der entlang der Bundesstraße 54 und Hagener Straße nach Süden führt. Hier ist für einen gemeinsamen Rad- und Gehweg eine Breite von 2,50 Meter bis 3 Meter vorgesehen.

Zeit für politische Beratungen

Die Standards zeigen, dass es ohne Eingriffe in den bestehenden Straßenraum und die Autofahrbahnen nicht gehen wird. Wie die Politik dazu steht, ist die spannende Frage. In den nächsten Monaten soll das Konzept in allen betroffenen Kommunen diskutiert werden. "Wir planen nicht über die Köpfe der Städte hinweg. Das geht nur im Einvernehmen", betont Martin Tönnes.

Mit den städtischen Verkehrsplanern liegt der RVR auf einer Linie. "Wir waren schon im Vorfeld beteiligt", erklärt Winfried Sagolla vom Stadtplanungsamt. Und auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) gab es nach der Vorstellung der Pläne im Rathaus Beifall. "Das Gesamtkonzept für ein Alltagsradwege-Netz im gesamten Ruhrgebiet ist super", sagte ADFC-Vertreter Michael Hüttemann auf Anfrage.

Bis Jahresende soll das Konzept jetzt in den Kommunen beraten und dann nach Auswertung Mitte 2019 in den RVR-Gremien beschlossen werden. Wann es realisiert werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Konkrete Planungen für einzele Wege oder gar eine Finanzierung gibt es noch nicht. "Es ist erst einmal ein Bedarfsplan", sagt Martin Tönnes.

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