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Helmut Feldmann kämpft am 16. und 17. April vor dem Bundesverfassungsrecht für die Sterbehilfe in Deutschland.

Sterbehilfe

Langes Warten auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts

MARL - Der an COPD erkrankte Marler Helmut Feldmann wartet auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

Bis es so weit ist, werden voraussichtlich noch Monate vergehen. Am 16. und 17. April hat das Gericht in Karlsruhe an zwei Tagen über Paragraf 217 des Strafgesetzbuchs verhandelt, der die „geschäftsmäßige Förderung der Sterbehilfe“ unter Strafe stellt. Der Marler Helmut Feldmann sieht, wie berichtet, darin sein Recht auf Selbstbestimmung und die Menschenwürde verletzt.

Wie die Entscheidung in Karlsruhe am Ende ausfällt, lässt sich derzeit gar nicht vorhersagen. Das erklärt Jurist Prof. Dr. Hans Kudlich im Gespräch mit unserer Zeitung. Er hat an der Universität Erlangen den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie inne. Zusammen mit seinem Kollegen Christoph Knauer vertritt er neben Helmut Feldmann einen weiteren Patienten, der als Beschwerdeführer vor dem höchsten deutschen Gericht auftritt. Ursprünglich hatten die beiden Anwälte vier Mandanten, zwei Patienten sind inzwischen verstorben.

„Dieses Verfahren ist schon etwas, an dem Herzblut hängt“, sagt Hans Kudlich. „Ich finde, es ist ein wichtiges Thema.“ Das Mandat habe er nach Gesprächen mit Betroffenen übernommen. „Es gibt auch mit Paragraf 217 Möglichkeiten, selbstbestimmt über sein Lebensende zu entscheiden, aber es sind keine besseren Möglichkeiten“, so Hans Kudlich.

Positiv beeindruckt von der Verhandlung

Positiv beeindruckt habe in die Intensität der Verhandlung in Karlsruhe, die zwei volle Tage dauerte. Verhandelt wurde jeweils acht Stunden lang. „Das Gericht hat sich ein Bild gemacht. Alle acht Richterinnen und Richter haben das Thema sehr ernst genommen“, berichtet er weiter. „Sie haben sehr intensiv nachgefragt, um die tatsächliche Situation zu erkunden.“ Neben den Anwälten der Patienten kamen auch Vertreter der Sterbehilfevereine und Ärzte zu Wort.

Bis das Gericht zur Entscheidung kommt, ob der Paragraf 217 mit dem Grundgesetz vereinbar ist oder nicht, müssen zahlreiche schriftliche Stellungnahmen Gutachten und Akten ausgewertet werden. Anders als sein Anwalt wagt Helmut Feldmann jetzt wieder eine Prognose, wie das Verfahren ausgeht: „Die Chancen stehen aus meiner Sicht 50:50.“

2015 trat das neue Sterbehilfeverbot in Kraft. Seitdem kämpft Helmut Feldmann dafür, dass die Sterbehilfe wieder legalisiert wird. Er will selbst entscheiden, wann er aus dem Leben geht. Seine Krankheit, nicht heilbare COPD (Chronisch-obstruktive Bronchitis), ist austherapiert. Er hat miterlebt, wie seine ebenfalls daran erkrankte Schwester qualvoll starb. „Ich habe keine Angst vor dem Sterben, aber ich möchte einen würdevollen Tod“, sagt er.

Nun hat der Mann aus  Marl den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angezeigt

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