Stevens gegen Nagelsmann

Duell der Generationen beim Bundesligaspiel Schalke gegen Hoffenheim

Gelsenkirchen - Gelingt Schalke im Abstiegskampf ein Befreiungsschlag? Huub Stevens gibt sich vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim (hier bei uns im Live-Ticker) zuversichtlich. Der Trainer trifft auf seinen Nachfolger bei der TSG.

Die Gäste stehen in der Tabelle deutlich über Schalke, was bislang fast gleichbedeutend mit einer S04-Niederlage war. Klar, dass Stevens hier Handlungsbedarf sieht: „Bisher waren wir nicht so erfolgreich gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Es wird Zeit zu zeigen, dass wir da unten nicht hingehören“. Da unten heißt bekanntlich Platz 15, einer Tabellenregion, mit der Schalke in den vergangenen Jahren nie in Berührung kam. Deshalb muss Stevens Optimismus und Gelassenheit ausstrahlen, damit seine Mannschaft im Vorfeld dieses wichtigen Heimspiels nicht noch mehr verunsichert wird.

Allerdings macht der 65-Jährige keinen Hehl daraus, dass er nach dem enttäuschenden Auftritt in Nürnberg einige Tage brauchte, um das Gesehene zu verdauen. Doch in den Trainingseinheiten in dieser Woche nahm Stevens „positive Signale“ von seinen Spielern wahr.

Appell an die Fans

Damit gegen Hoffenheim der angestrebte Sieg gelingt, appelliert der Schalker Trainer an die eigenen Anhänger. „Ich habe jedes Verständnis für die Fans, die in Nürnberg enttäuscht waren. Aber klar nimmt die Spieler das auch ein paar Tage mit, wenn die Fans so reagieren. Dann geht es darum, das aus den Köpfen zu kriegen und mit den Fans wieder ein gutes Spiel abzuliefern – mit den Tugenden, die immer gefragt sind und die ich schon immer betone.“

Unabhängig von der Bedeutung der Partie ist es auch ein Duell der Trainer-Generationen. Der sehr erfahrene Huub Stevens auf der einen Seite, der seine Trainer-Karriere schon beendet hatte, trifft auf den 31-jährigen Julian Nagelsmann, der als „Wunderkind“ der Branche gilt und in der nächsten Saison RB Leipzig trainieren wird. Nagelsmann war auch der Nachfolger von Stevens als Coach in Hoffenheim, als dieser sich wegen Herzrhythmusstörungen vorzeitig aus dem Kraichgau verabschiedete.

2015 war Schalkes „Jahrhundert-Trainer“ als Nachfolger seines früheren Schalke-Assistenten Markus Gisdol in Hoffenheim gelandet. Der Routinier sollte die TSG vor dem Abstieg bewahren. Doch so richtig erfolgreich war diese Mission nicht: Stevens gewann lediglich eines von zehn Spielen und holte acht Punkte. Als Tabellenvorletzter übergab er das Team an Nagelsmann, der damals erst 28 Jahr alt war, aber mit Hoffenheim noch souverän den Klassenerhalt schaffte.

Der extrem ehrgeizige Nagelsmann will sich nun mit der Europapokal-Qualifikation verabschieden. „Ich glaube, dass wir gut daran tun, 15 Punkte holen zu wollen“, sagte er vor den restlichen fünf Spielen. Trotz der aktuellen Tabellenkonstellation und der „wackeligen“ Schalker Verfassung sieht er sein Team keineswegs als Favoriten. „Wir haben uns auf den Gegner so vorbereitet, als ob er die letzten 25 Spiele alle gewonnen hätte,“ so Nagelsmann.

Wer Schalke in der nächsten Saison trainiert, ist weiterhin offen. Der „Kicker“ brachte nun Gladbachs Trainer Dieter Hecking als „heißen Kandidaten“ ins Gespräch. Der 54-Jährige verlässt den fünffachen Deutscher Meister am Saisonende. Hecking wollte die Gerüchte nicht kommentieren. Es wäre allerdings geradezu unlogisch, wenn Hecking nicht auf der Schalker Kandidaten-Liste stünde.

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