Stöger nimmt Mannschaft in die Pflicht

BVB-Profis stehen gegen Stuttgart in der Bringschuld

DORTMUND - Spiel eins nach München! Der BVB empfängt heute (15.30 Uhr) den VfB. Dortmund muss gegen Stuttgart eine Reaktion zeigen - und will das Stadion mitnehmen.

Einmal muss Peter Stöger lachen. Wie man es nach dem Debakel in München denn hinbekomme, das Spiel gegen den VfB Stuttgart möglichst ohne Druck anzugehen, möchte ein Journalist auf der Pressekonferenz am Freitag vom BVB-Trainer wissen. "Ein Spiel gegen Stuttgart ohne Druck?", lautet Stögers Gegenfrage - und nimmt die Antwort dann selbst vorweg: "Netter Ansatz! Das wird's nicht geben."

Das 0:6 hat Spuren hinterlassen

Im Gegenteil: Der Druck, der vor der Partie gegen den Aufsteiger auf Borussia Dortmund lastet, ist groß. Das 0:6 in München hat Spuren hinterlassen. Der dritte Platz, den der BVB in der Tabelle belegt, er fühlt sich deutlich schlechter an als sich ein dritter Platz anfühlen sollte. Der Vorsprung auf Platz fünf, der in der kommenden Saison nicht für die Champions League berechtigen würde, er beträgt nur drei Punkte. Noch sechs Spiele gilt es zu überstehen, dann soll und muss mindestens Rang vier gesichert sein.

Stöger weiß das natürlich. Und er geht die Sache auf der Pressekonferenz am Freitag deutlich angriffslustiger an, als es sich unmittelbar nach der Enttäuschung von München noch angehört hat. "Uns ist bewusst, dass München kein alltägliches Spiel war", sagt der Österreicher, da müsse er jetzt auch nicht noch weitere Worte drüber verlieren. "Wir haben aber schon häufiger gute Reaktionen nach schlechteren Spielen gezeigt. Deshalb glauben wir, dass wir die Situation auch dieses Mal gut lösen können." Die Mannschaft habe es drauf, gute Ergebnisse und ordentliche Leistungen zu bringen. "Die Spiele die wir noch haben, müssen wir so angehen, dass wir unsere Zielsetzung erreichen."

Keine Selbstverständlichkeit

So weit, so klar. Aber wie soll es gelingen? Stöger nimmt die Mannschaft in die Pflicht. "Wir wollen und müssen so auftreten, dass die Zuschauer auch das Gefühl haben, dass uns die Champions League extrem wichtig ist", sagt der 51-Jährige. "Wir wollen das Stadion mal mitnehmen. Es muss eine Situation entstehen, in der alle Beteiligten zusammenhalten, um das Ziel Champions League zu erreichen."

Das klingt zum einen nach "jetzt alle zusammen" und "nur gemeinsam sind wir stark", es klingt zum anderen aber eigentlich auch nach einer Selbstverständlichkeit. Das Problem ist: Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr in dieser Saison, die trotz des aktuellen Tabellenplatzes vorwiegend mit Enttäuschung und Unzufriedenheit gepflastert zu sein scheint. Roman Bürki hat schon auf die Fans geschimpft, die Fans haben schon oft auf die Mannschaft geschimpft. Die Stimmung im Signal Iduna Park trägt die Mannschaft schon länger nicht mehr von Erfolg zu Erfolg.

Malochen, kämpfen, in Zweikämpfe fliegen

Dafür sind in erster Linie freilich Spieler auf dem Platz verantwortlich. Sie stehen in der Bringschuld - und seit dem vergangenem Samstag zusätzlich unter Beobachtung. Es werden daher die in der vergangenen Woche so oft zitierten "Grundtugenden" sein, die Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart in die Waagschale werfen muss. Malochen, kämpfen, in Zweikämpfe fliegen - ansonsten lässt sich in Dortmund nur schwierig "ein Stadion mitnehmen".

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