Strafverfahren eingeleitet

Antisemtische Äußerungen bei Demo von Rechtsextremisten in Dorstfeld und Marten

Nach zwei Aufmärschen von Rechtsextremisten hat die Polizei Strafverfahren eingeleitet. Demoteilnehmer skandierten: "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit!" Am Polizeieinsatz gab es Kritik.

Auf den zwei angemeldeten Demonstrationen von Rechtsextremisten in Dorstfeld und Marten ist es nach zu antisemitischen Äußerungen gekommen. Außerdem wurde verbotenerweise Pyrotechnik abgebrannt. Das Verhalten und die Ausrufe einiger Teilnehmer seien dokumentiert worden, teilte die Polizei mit. Strafverfahren seien eingeleitet worden. Die Polizei nahm zwei Rechtsextremisten fest, die am Bahnhof Marten-Süd Pyrotechnik gezündet hatten.

Nach Polizeiangaben 100 Teilnehmer

Laut Oliver Peiler, Pressesprecher der Dortmunder Polizei, waren bei der ersten Demo in Dorstfeld (etwa 19.30 bis 20.20 Uhr) etwa 100 Teilnehmer. Bei der Demo in Marten (etwa 21.10 bis 22 Uhr) seien es etwa 75 gewesen. Es sei weder zu Tätlichkeiten gekommen noch seien Passanten bedroht worden.

Bei einem Video auf Twitter ist zu sehen, wie Demonstranten mit Reichsflaggen durch die Straßen laufen und laut rufen: "Wer Deutschland nicht lieb, ist Antisemit!" In einem anderen Video auf Twitter ist zu sehen, wie Demonstranten zwischen zwei Häusern auf einer Garage Pyrotechnik abbrennen.

Thema der Demo war laut Pressemitteilung der Polizei "Gegen Polizeischikanen und Polizeiwillkür. Grundgesetz gilt auch in Unterdorstfeld, Meinungs- und Versammlungsfreiheit schützen". Eine Woche zuvor wurden am Samstag (15.9.) von der Polizei neun Rechtsextreme festgenommen, weil sie das "Fest für Demokratie und Vielfalt" in Dorstfeld störten, es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

In den sozialen Netzwerken gibt es außerdem Kritik an der Polizei: Sie sei mit zu wenigen Einsatzkräften vor Ort gewesen. Zur gleichen Zeit der Demonstrationen gab es einen Polizeieinsatz in der Nordstadt gegen Clan-Kriminalität. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte diesen begleitet, um der Polizei den Rücken zu stärken. Der Grünen-Politiker Volker Beck hat per Twitter eine Stellungnahme des Innenministers gefordert.

Ein für Samstag angemeldeter weiterer Aufmarsch der Rechtsextremisten wurde nach Polizei-Angaben von den Initiatoren abgesagt.

mit Material von dpa

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