Straßenstrich

Prozess um Schutzgeldzahlungen gestartet

DORTMUND - Schläge, Tritte und ausgeschlagene Zähne: Am Landgericht begann am Dienstag der Prozess gegen vier Bulgarinnen, die andere Prostituierte zu Schutzgeldzahlungen gezwungen haben sollen. Der Straßenstrich in der Nordstadt beschäftigt zwei Monate nach seiner Schließung noch einmal die Justiz.

„Du zahlst täglich 50 Euro Standgeld, sonst passiert dir was“, so die Drohung. Eine Prostituierte zahlte darum in nur fünf Monaten 7500 Euro. Eine andere, die sich offenbar weigerte, soll dagegen unangenehmen Besuch von dem angeklagten Quartett erhalten haben. In einer der Verrichtungs-Boxen flogen offenbar die Fäuste.

Vier Opfer sollen der Justiz bekannt sein. Diese haben anscheinend auch eidesstattliche Erklärungen abgegeben. So soll etwa einer Frau mit einer Eisenstange ein Zahn ausgeschlagen worden sein.

Drei Angeklagte offenbar untergetaucht

Schon vor der Verlesung der Anklageschrift gab es gestern die erste Überraschung. Drei der vier Angeklagten waren nicht erschienen. Die Frauen sind offenbar untergetaucht – das Gericht konnte ihnen keine Ladung zustellen.

Denn mit der Schließung des Straßenstrichs Mitte Mai verschwanden offenbar auch die Prostituierten. „Keiner weiß, wo sie sind. Damals hatte die Polizei noch einen guten Überblick, heute nicht mehr“, stellte der Richter fest und erließ Haftbefehle.

"Die hat sich nicht an Regeln gehalten"

Die 24-Jährige, die auf der Anklagebank saß und sich seit Januar in U-Haft befindet, widersprach jedoch den Vorwürfen. Die Schläge räumte sie nur teilweise ein, das Motiv sei auch ein anderes gewesen: „Die Mädchen haben wir nicht wegen Schutzgeld geschlagen, sondern weil sie sich nicht an die Regeln gehalten haben. Ich habe dadurch viele Kunden verloren“, sagte die Mutter einer Tochter.

Am nächsten Prozesstag sollen die mutmaßlichen Opfer vernommen werden – wenn sie denn erscheinen.

Rubriklistenbild: © Foto: Archiv

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