Streit um Regelung in Naturschutzgebieten

Umweltamt will Hunde von der Leine lassen

DORTMUND - Sollen Hunde in Dortmunder Naturschutzgebieten an die Leine oder dürfen sie auf den Wegen frei laufen? Ein neuer Vorschlag der Verwaltung lässt das alte Streitthema wieder aufleben. Denn ausgerechnet das Umweltamt will Hunde in Naturschutzgebieten zumindest auf den Wegen von der Leine lassen.

Für Dortmund gilt in Sachen Leinenzwang in Wäldern derzeit eine eigentümliche Regelung.Nach dem Gesetz dürfen Hunden in Wäldern auf den Wegen ohne Leine laufen. In Naturschutzgebieten, wo besonders strenge Regeln für den Schutz von Tieren und Pflanzen gelten, eigentlich nicht.

Weil aber vor zwölf Jahren viele Wälder in Dortmund zu Naturschutzgebieten erklärt wurden, gibt es hier eine zweigeteilte Regelung: In alten Naturschutzgebieten müssen Hunde immer an die Leine genommen werden, in neuen Wald-Naturschutzgebieten dürfen sie auf Wegen auch ohne Leine laufen.

"Wenig bürgerfreundliche Regelungen*

Das Umweltamt der Stadt findet das zu kompliziert: Es schlägt im Entwurf des neuen Landschaftsplan vor, die Hunde künftig in allen Naturschutzgebieten auf den Wegen von der Leine zu lassen. Man wolle "die bislang geltenden unterschiedlichen und wenig bürgerfreundlichen Regelungen" für Naturschutzgebiete durch eine einheitliche Vorschrift ablösen", erklärt das Umweltamt.

"Aus ökologischer und artenschutzrechtlicher Sicht reicht die vorgeschlagene Regelung aus: Bleibt ein Hund auf den Wegen, entstehen für das Schutzgebiet keine nachteiligen Auswirkungen; verlässt er diese, greift das Naturschutz-Verbot", heißt es zur Begründung. "Eine Differenzierung zwischen Waldbereichen und Nichtwaldbereichen trifft der Landschaftsplan dabei nicht."

Kritik der Naturschützer

"In keiner Weise akzeptabel" findet das der Naturschutzbeirat mit Vertretern aus Naturschutzverbänden. Für die 14 alten Naturschutzgebiete bedeute dies "eine erhebliche Verschlechterung der Lage".

Gegen das Freilaufen von Hunden auf Wegen in Naturschutzgebieten sprechen nach Ansicht der Experten gleich mehrere Gründe. So seien die Wege in den Naturschutzgebieten oft nicht erkennbar. Und schon einzelne Hunde könnten in der Brut- und Setzzeit erhebliche Schäden am Wild verursachen.

Der Naturschutzbeirat verweist zudem auf die Nachbarstadt Bochum, die auf "erhebliche Probleme mit freilaufenden Hunden" im städteübergreifenden Naturschutzgebiet Ölbachtal hinweist. Deshalb soll in allen Bochumer Naturschutzgebieten eine Anleinpflicht auch auf den Wegen eingeführt werden.

Tierschutz-Experten sieht Gefahren

Selbst für die Vorsitzende des Tierschutzvereins Dortmund, Erika Scheffer, würde eine generelle Aufhebung der Leinenpflicht zu weit gehen - "aus Erfahrung", wie sie betont. "Das geht nur mit gut erzogenen Hunden", erklärt Erika Scheffer. Bei bestimmten Hunderassen mit ausgeprägtem Jagdinstinkt sei ein Ableinen nicht sinnvoll.Denn die seien kaum zu stoppen, wenn man sie auf Wegen von der Leine lässt.

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