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Elegant, aber völlig unpraktisch sind die Fenster im Neubau der Martin-Luther-King-Schule. Hausmeister Rainer Steenblock zeigt, wie man sie öffnet.

Stress an der King-Gesamtschule

Unerträgliche Hitze hinter modernen Fenstern

MARL - 13 Jahre sind vergangen, seit der Neubau der Martin-Luther-King-Gesamtschule eröffnet wurde. Damals überschlugen sich Architekten vor Lob für den modernen, lichtdurchfluteten Bau. Viel geblieben ist offenbar nicht von dem Glanz vergangener Tage: Heute klagen Schüler über Hitze-Staus und als Folge über Kopfschmerzen.

Wenn die Sonne knallt, heizen sich die Räume bis mittags auf. Bis zu 30 Schüler der Klassenstufe 9 und 10 sind dort untergebracht. Häufig müssen sie umziehen. Klausuren und Klassenarbeiten werden in andere Räume verlegt. Schulleiterin Brigitte Parras bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es seit Jahren Probleme mit der Lüftung gebe, vor allem in den Klassenräumen mit Sonnenseite. Die Stadt habe gemeinsam mit der Schule „alles versucht“. Doch es gebe kaum eine Chance, anders zu lüften. Eine komplette Umrüstung verschlänge enorme Geldsummen.

Der moderne, dreigeschossige Bau wurde von dem Münsteraner Architekten Rainer Maria Kresing und seinen Partnern entworfen und für gut 3,5 Millionen Euro errichtet. Untergebracht sind dort acht Klassen- und 13 Fachräume, Büros und ein Raum für die Lehrer. Prunkstück und Zentrum ist das mit zwei Bühnen ausgestattete Forum.

Ebenso elegant, doch alles andere als zweckmäßig sind die Fenster der Klassenräume. Um sie zu öffnen, muss man zwei Hebel zugleich drehen, dann die Fenster mit Feingefühl nach vorn schieben. Als unsere Redaktion sich im Gebäude umsieht, sind zwei Fenster kaputt. Die dünnen Scherenscharniere sind empfindlich und reparaturanfällig. Die Fenster lassen sich nur wenige Zentimeter aufschieben.

„Das System ist nicht praktikabel und nicht durchdacht“, sagt Christian Stojek, Leiter der städtischen Gebäudeinstandhaltung. Wohl deshalb wurde es auch eingestellt. Ersatzteile gibt es nicht mehr. Kann die Stadt Schadenersatz fordern? Christian Stojek sieht keinen Ansatz: Das gehe nur bei Baumängeln. Aber die Fenster funktionieren ja – im Prinzip. Der städtische Bauexperte sieht die Kritik an den Fenstern als berechtigt an. Sie ärgert ihn aber, weil die Verwaltung gerade für die Martin-Luther-King-Schule in den letzten Jahren besonders viel getan habe.

Wie aber kann das Fenster-Problem gelöst werden? Selbst der Sonnenschutz hilft oft nicht. Im Sommer, so hört man, ist die Hitze kaum zumutbar. Kürzlich pflanzte die Schule drei große Bäume auf dem Hof. Sie sollen Schatten werfen und so die Hitze lindern. Die Stadt will außerdem in zwei Räumen probeweise Klimaanlagen einrichten. Lehrer und Schüler sollen dann berichten, ob die Luft dadurch besser wird und ob die Geräusche der Anlage nicht stören. Außerdem hat die Stadt Architekt Kresing aufgefordert, sich selbst eine Lösung einfallen zu lassen.

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