Strukturwandel

gate.ruhr beeindruckt die IHK

MARL/REGION - Der ehemaligen Schachtanlage Auguste Victoria 3/7 wird das Potenzial für eine Industrieansiedlung zugesprochen. Die dazugehörige Machbarkeitsstudie steht kurz vor dem Abschluss.

Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen ist das geplante Gewerbe- und Industriegebiet „gate.ruhr“ auf der ehemaligen Schachtanlage Auguste Victoria 3/7 in Marl von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Emscher-Lippe-Region. „gate.ruhr ist für uns von höchstem Interesse und ein sehr wichtiger Beitrag, um den herrschenden Flächenmangel zu überbrücken“, sagte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer jetzt beim Besuch auf dem alten Zechengelände.

Mehr noch: „Zusammen mit newPark in Datteln und Waltrop sowie dem Projekt Freiheit Emscher in Bottrop und Essen eröffnet gate.ruhr der Emscher-Lippe-Region endlich die Chance, wirtschaftlich gegenüber angrenzenden Regionen aufzuholen“, zeigte sich Hüffer überzeugt. Denn: „Ausreichend Fläche und eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur sind auch im Digitalzeitalter die zentralen Voraussetzungen für die Ansiedlung neuer Unternehmen.“

Auf dem ca. 90 Hektar großen Gelände der Schachtanlage, die Ende 2015 ihren Betrieb eingestellt hat, wollen die RAG Montan Immobilien GmbH und die Stadt Marl bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Zur Jahreswende 2020/2021 wollen sie die Vermarktung starten. „Das ist best practice“, lobte Hüffer im Gespräch mit Bürgermeister Werner Arndt und Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien, die Zusammenarbeit zwischen RAG und der Stadt Marl bei der Erschließung des Geländes.

Von besonderem Wert ist die zusammenhängende Fläche. „Im IHK-Bezirk Nord Westfalen gibt es zu wenig geeignete Flächen für Industrieunternehmen“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel. Sein Wunsch: „Reservieren Sie im gate.ruhr so viel Fläche für Industrie wie eben möglich, das ist im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung der Region.“ In der Emscher-Lippe-Region sind im Strukturwandel gewerblich und industriell nutzbare Flächen verloren gegangen, innerstädtische Brachflächen sind wegen naher Wohnbebauung und anderer Nutzungskonflikte nur bedingt als Ersatz tauglich. „Meist gibt es zu viele Restriktionen“, resümierte Jaeckel, „sodass gate.ruhr ein echtes Sahnestück für die Industrie in Nord-Westfalen werden könnte“.

Arndt berichtete über aktuelle Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die noch 2018 fertig werden soll: „Danach bestehen für unsere Pläne, eine der größten zusammenhängenden Industrieflächen im Ruhrgebiet zu schaffen, keine unüberwindbaren Hemmnisse.“ Dennoch sei, so Arndt, Masuth und Hüffer, Unterstützung durch die Landesregierung nötig, um die Ex-Zechenfläche möglichst schnell nutzbar zu machen. Hilfreich ist aus Sicht der IHK dabei die Überprüfung der aktuellen Abstandsregeln bei ehemaligen Zechenstandorten.

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