Tarifverhandlungen

IG Metall fordert Wahlmöglichkeit zwischen Urlaubsgeld und Freizeit

Dortmund - Die IG Metall Dortmund fusioniert mit ihren Standorten in Bochum und Herne. Die Mitgliederzahlen der Gewerkschaft steigen. Das liegt auch an Verhandlungen mit den Arbeitgebern.

Die Dortmunder IG Metall rückt mit ihren Kollegen in Bochum und Herne zusammen und gründet mit insgesamt 41.300 Mitgliedern nach Köln / Leverkusen den zweitgrößten Verband in NRW. Büros und damit lokale Ansprechpartner gibt es weiter in den drei Ruhrgebietsstädten.

Von den 41.300 Mitglieder sind 19.000 in Dortmund organisiert. Ulrike Hölter über die Zahlen: "Die IG Metall wächst. Von 130.000 neuen Mitgliedern bundesweit haben wir in Dortmund über 500 neue Mitglieder gewinnen können." Den Zuwachs führt die Gewerkschafterin auf zurückliegende Ergebnisse nach Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektro- sowie in der Stahlindustrie zurück.

Die 36 Betriebe der Metall- und Elektroindustrie im Bereich der Dortmunder IG Metall beschäftigen 10.000 Arbeitnehmer. In der Stahlindustrie (Thyssenkrupp) sind es 1300. Aktuell fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Gehalt. Volker Strehl über die Vorzeichen in den Branchen: "Mit dieser Forderung lassen wir uns leiten von der wirtschaftlichen Lage. Die Betriebe sind zu 90 Prozent ausgelastet. 2017 sind über 43 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt worden. Der Branche geht es gut."

Hoher Leistungsdruck in den Betrieben

Wie in der Metall- und Elektro-Branche sollen in Zukunft auch die Stahlarbeiter ein Urlaubsgeld (1800 Euro) erhalten oder alternativ mehr Freizeit erhalten. Diese Forderung der IG Metall sei bei den Metall- und Elektro-Betrieben bereits gut umgesetzt worden und einer der Gründe für das Mitglieder-Plus. Denn die Flexibilisierung von Arbeitszeiten sei in den vergangenen Jahren "immer zulasten der Arbeitnehmer" gegangen, kritisiert Ulrike Hölter.

"Es gibt einen hohen Leistungsdruck. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr leisten. Viele von ihnen wollen nicht mehr Geld, sondern heraus aus der ständigen Erreichbarkeit und mehr Freizeit für die Familie und um Angehörige pflegen zu können." Ende Januar sollen die aktuellen Tarifverhandlungen enden. Falls nicht, droht Streik. "Streiken können wir gut", sagen die beiden IG-Metaller.

21. März 2019: Tag gegen Rassismus

Vom 13. bis zum 21. März 2019 beteiligt sich die IG Metall mit Informationsständen an einem 1960 von den Vereinten Nationen ausgerufenen Thema: Der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Ulrike Hölter: "Dortmund ist ein gutes Beispiel für nationale Vielfalt. Allein Borussia Dortmund zeigt schon, was ein international aufgestelltes Team bewirken kann. Genau dafür stehen auch die Beschäftigten in der Metall- und Elektro- und der Stahlindustrie."

Die Arbeit gegen Rassismus sei ein wichtiger Auftrag und die Betriebe der richtige Ort für Diskussionen. Noch einmal Ulrike Hölter: "2018 gab es doch genug Gründe und extreme Anlässe, gegen den Rassismus in Deutschland aufzustehen. Die meisten Menschen denken auch demokratisch, sind aber nicht bereit, dafür auf die Straße zu gehen. Hier in Dortmund ist eine gewisse Müdigkeit zu spüren. Das wollen wir ändern." Für das Programm im März schmiedet die IG Metall noch Pläne.

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