Taschendiebe vor Gericht

Betrüger hatten Geheimnummern ausgespäht und EC-Karten gestohlen

Dortmund - Kaltherzig, abgebrüht und unfassbar gemein: Nach einer Serie von Taschendiebstählen bei gebrechlichen Bankkunden stehen zwei mutmaßliche Profi-Diebe aus Rumänien seit Freitag vor Gericht. Das älteste Opfer war 93 Jahre alt.

Die Anklage macht wütend und sprachlos: Zwischen 2014 und 2017 hatten die zwei aus Rumänien stammenden Männer, die zum Auftakt über ihre Verteidiger Petra v. Irmer und Boris Strube sofort vollumfängliche Geständnisse ablegten, sich regelmäßig vor verschiedenen Dortmunder Bankinstituten platziert und ältere Bankkunden beim Geldabheben beobachtet. Die Tatorte lagen laut Anklage unter anderem am Brackeler Hellweg, an der Hermannstraße, an der Lortzingstraße, an der Dornstraße, an der Flughafenstraße und an der Evinger Straße.

Insgesamt geht es um 14 hochbetagte Opfer, die teils mit Gehstöcken oder Rolllatoren unterwegs waren. Kaum hatten die Senioren am Automaten Geld abgehoben beziehungsweise Geld vom Sparbuch ausgezahlt bekommen, waren sie danach von den Tätern unbemerkt teils bis nach Hause verfolgt worden.

Ein Opfer zwischenzeitlich bereits verstorben

In einem günstigen Moment tricksten die Täter die Senioren aus, stahlen ihnen das frisch abgehobene Geld aus Handtaschen, Jackentaschen und sogar Brustbeuteln. In einigen Fällen hoben die Täter kurz darauf mit den gleichzeitig erbeuteten EC-Karten (und den zuvor ausgespähten Geheimzahlen) an Geldautomaten vierstellige Geldbeträge ab. Der Gesamtschaden beläuft sich auf fast 30.000 Euro.

Die Richter signalisierten den geständigen Taschendieben die Verhängung von Gefängnisstrafen von drei bis vier Jahren. Den teils hoch betagten Opfern bleibt durch die Geständnisse wohl eine Zeugenaussage erspart. Wie bekannt wurde, ist ein Opfer zwischenzeitlich bereits verstorben, ein weiteres wegen fortgeschrittener Demenz nicht mehr aussagefähig. Der Prozess wird fortgesetzt.

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