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Untersuchung der Brücke an der K6 in Haltern-Lippramsdorf. Von links: Markus Hofmann und Holger Scheer, beide von Lippe Wassertechnik. 120319, Foto: Michael Wallkötter

Test der Ingenieurbauwerke

Kreis RE stellt die Brücken auf den Prüfstand

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KREIS RE - Der Kreis RE holt seit dieser Woche die Prüfung seiner Ingenieurbauwerke nach. Die Kreisverwaltung war aufgrund personeller Engpässe mit den alle sechs Jahre vorgeschriebenen Hauptprüfungen in Rückstand geraten.

Markus Hofmann ist Mitarbeiter der Lippe Wassertechnik GmbH. Das Tochterunternehmen des Lippeverbandes hat vom Kreis Recklinghausen den Auftrag erhalten, 47 Brücken zu untersuchen, nachdem die Kreisverwaltung aufgrund personeller Engpässe mit den alle sechs Jahre vorgeschriebenen Hauptprüfungen in Rückstand geraten war. Im Kreistag wurde dieses Versäumnis zum Politikum. Sogar die Standsicherheit der Brücken wurde in Zweifel gezogen. Dem hat die Kreisverwaltung allerdings mit Nachdruck widersprochen. In dieser Woche haben nun die Ingenieure der Lippe Wassertechnik ihre Arbeit aufgenommen. Zehn der 47 Brücken – jeweils vier in Haltern und Marl, jeweils eine in Dorsten und Oer-Erkenschwick – haben „Priorität 1“. Ihre Prüfung ist besonders lange überfällig.

„Ein bunter Strauß an Hausaufgaben“

Auch die K 6-Brücke, die in Lippramsdorf eine ehemalige Bahntrasse überspannt, gehört dazu. „Es handelt sich hier um ein Druckbogengewölbe aus Stahlbeton“, erklärt Ingenieur Hofmann. Mithilfe eines Hubsteigers gelangen die Fachleute an jede Stelle des Gewölbes. Schauen alleine reicht nicht, nach der DIN-Norm ist eine „handnahe Prüfung“ vorgeschrieben. Der Hammer ist dabei das Stethoskop des Brückenprüfers. Mit ihm klopft Hofmann auf den Beton, um Hohlräume auszumachen, Risse werden vermessen. Der Ingenieur wird später von „geringen Schäden“ reden. Das Bauwerk, das im Jahr 1970 errichtet und zuletzt 2010 einer intensiven Kontrolle unterzogen worden ist, muss weiter beobachtet werden.

Nicht überall geht die Arbeit der Brückenprüfer so unkompliziert von der Hand wie an diesem Tag in Lippramsdorf. Hier, wo die Römer-Lippe-Radtouristikroute verläuft, ist Platz genug für Mensch und Gerätschaften. Bei Bach-Durchlässen zum Beispiel sieht das anders aus. Da gehen die Experten wie ein Angler in Wathosen ins Wasser. Für andere Bauwerke müssen Untersichtgeräte mit Arbeitsplattform gemietet werden, die oben an der Brücke befestigt werden. In ganz Deutschland gebe es nur drei Firmen, die das anbieten, heißt es.

Im Laufe des Jahres will die Lippe Wassertechnik GmbH den Prüfauftrag des Kreises abgewickelt haben. Alle Ergebnisse werden detailliert dokumentiert. Dadurch gewinnt der Kreis Klarheit darüber, wo und in welchem Umfang Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten erforderlich sind. „Da wartet ein bunter Strauß an Hausaufgaben auf uns“, vermutet Carsten Uhlenbrock, Fachdienstleister Tiefbau bei der Kreisverwaltung. Es ist übrigens das erste Mal, dass die Lippe Wassertechnik mit ihren 120 Ingenieuren für eine Mitgliedskommune des Lippeverbandes tätig wird, erläutert Geschäftsführer Prof. Dr. Holger Scheer – und zwar zu „marktüblichen Konditionen“, wie er betont. Mittlerweile gebe es Anfragen aber auch von weiteren Städten.

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