Theater Fletch Bizzel

Dralle Ex-Catcherin schenkt als Dame in Rosa krankem Jungen Leben im Schnelldurchlauf

Es geht um das Sterben eines Jungen, dennoch ist die Premiere im Fletch Bizzel keine traurige Angelegenheit. Das liegt an der pfiffigen Regie. Beim Kirchentag gibt es weitere Aufführungen.

Der zehnjährige Oskar hat Krebs - unheilbar. Éric-Emmanuel Schmitts Erzählung "Oskar und die Dame in Rosa" hat Rada Radojcic mit ihren Kulturbrigaden und zwei Schauspielern vom Theater Fletch Bizzel fantasievoll in Szene gesetzt. Und die Theaterfrau zeichnet nicht nur für die Kostüme verantwortlich, sondern spielt auch mit, schlüpft in die Rolle der Dame in Rosa, eine dralle ehemalige Catcherin mit großer Klappe.

Genau deshalb liebt Oskar diese Frau, denn er will nicht nur mit Samthandschuhen angefasst werden. Von seinen überforderten Eltern fühlt er sich verraten, doch Rosa schenkt ihm ein bisschen Glück. Sie rät ihm, Briefe an Gott zu schreiben und jeden Tag wie zehn Jahre zu leben. In abwechslungsreichen Szenen, die auch mit Video und Pantomime arbeiten, erlebt Oskar Verliebtheit, Eifersucht, Ehestreit... und ist am Ende gefühlte 120 Jahre alt.

Stürmischer Applaus und eine Liebeserklärung

Humorvoll, dennoch kommen auch nachdenkliche Momente nicht zu kurz, hat die Regie den Abend angelegt. Die 14 jungen Leute stecken in bunten Pyjamas und agieren in tollen Choreografien von Dortmunds Ex-Ballerina Monica Fotescu.

Bei der Premiere im Fletch Bizzel am Freitag gab es - nach dem stürmischen Applaus - noch eine Liebeserklärung von den Kulturbrigaden an ihre "Rosa". Wer diesen ambitioniert-berührenden Abend verpasst hat, sei auf die Aufführungen während des Kirchentags verwiesen.

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