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Make Art Projekt des Jobcenter Kreis RE, Arbeitslose machen Theater, Recklinghausen, Foto: Fechtner

Theaterprojekt des Jobcenters

Von der Bühne zur Bewerbung

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Kreis Recklinghausen - "Die haben mich gefragt, ob ich gut bin. Und ich hab’ einfach Ja gesagt!“ Wenn das einer der jungen Arbeitslosen aus einem Bewerbungsgespräch berichten könne, dann habe das Projekt „make:ART“ alles richtig gemacht – sagt Theaterpädagoge Danny Friedrich. Das Projekt soll jungen Erwachsenen helfen, Regie erst auf der Bühne und dann „in ihrem eigenen Berufsleben zu führen“.

Auf der Bühne ist Mittwoch Premiere, im Berufsleben hoffentlich bald auch. Das Jobcenter des Kreises Recklinghausen und die Kulturagentur defakto GmbH veranstalten dieses neunmonatige Projekt gemeinsam. Jungen Erwachsenen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, keinen Erfolg bei Bewerbungen oder noch kein richtiges Berufsziel vor Augen haben, soll hier geholfen werden. Und das auf zwei Wegen: einmal durch intensives Jobcoaching, und dann durch klassische Theaterarbeit. „Wichtig ist, dass die jungen Erwachsenen wieder mehr Selbstvertrauen gewinnen“, sagt Sabine Stein von defakto. Die Mittel des Theaters helfen da. Motto: Wer sich gut auf der Bühne bewegen und ausdrücken kann, der kann das auch im Berufsleben. „Ich hab’ hier ein ganz neues Bewusstsein und mehr Selbstvertrauen entwickelt“, bestätigt Joana Ihben (24), die im Arbeitsleben eine Ausbildung zur Mediengestalterin anstrebt. „Ich weiss jetzt viel besser, welche Richtung zu mir passt“, sagt Jaqueline Luczak (19). Eine Ausbildung zur Schauspielerin ist folgerichtig ihr Berufswunsch.

Teilnehmer mussten aufhören

weil sie eine Stelle fanden

Patrick Hundt, Fachdienstleiter beim Jobcenter, war beeindruckt von den Fortschritten, die die Theatertruppe zeigt: „Das ist ein neuer, wichtiger und richtiger Weg, um Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen.“ Seit Februar ist die Gruppe zusammen. Sie arbeitet offenbar so erfolgreich, dass noch während der Arbeit am Theaterstück, einige Teilnehmer aufhören mussten: Denn sie hatten eine Ausbildungsstelle gefunden! „Fünf Teilnehmer sind bereits untergekommen. Bei anderen bleibt es spannend, es stehen einige sehr vielversprechende Bewerbungsgespräche mit echten Perspektiven an“, berichtet Sabine Stein. Aber Regisseur Danny Friedrich und seine Assistentin Larissa Broser sind natürlich vor große Herausforderung gestellt, wenn – wie geschehen – der männliche Part eines Liebespaares im Theaterstück plötzlich nicht mehr mitmachen kann, weil er eine Stelle hat.

Teilnehmer haben das Stück selbst geschrieben

Theaterstück „Von Brüchen, Infarkten & Seelen-Geschwüren“, Zwei Aufführungen: Mittwoch, 6., und Donnerstag, 7. August, jeweils Eintritt 19 Uhr, Beginn: 19.30 Uhr, Fritz-Husemann-Haus Recklinghausen, Leopoldstr. 60, Eintritt frei

In dem einstündigen Stück geht es um eine spannende Collage aus menschlichen Erfahrungen. Die Teilnehmer haben die Texte selbst geschrieben, Choreografien, Licht und Bühnenbild selbst entwickelt. Jetzt gehen sie damit an die Öffentlichkeit und stellen es in zwei Aufführungen vor. Doch nach dem Theaterstück fällt der Vorhang für die Arbeitslosen noch lange nicht. Das eigentliche Dacapo folgt im nächsten Bewerbungsgespräch…

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