"Tod und Spiele"

Bei diesem Dortmund-Tatort können Zuschauer einmal durchatmen

Dortmund - Der 12. Dortmund-Tatort ist anders als seine Vorgänger: leichter und luftiger, aber trotzdem ein harter Krimi. Und Faber wird richtig weich.

Für einen unter den 1200 Zuschauern war es ganz besonders aufregend, die Premiere des Dortmunder Tatorts "Tod und Spiele" beim Open-Air-Kino am Freitag im Westfalenpark zu sehen - obwohl er den Fall schon aufgeklärt hatte: Rick Okon, alias Hauptkommissar Jan Pawlak. "Ich bin sehr auf die ersten Reaktionen der Zuschauer gespannt", sagte er wenige Minuten, bevor es auf der Leinwand an der Seebühne losging.

Der zwölfte Fall des Dortmunder Kommissar-Kleeblatts ist so etwas wie die offizielle Inthronisierung des 29-Jährigen als Nachfolger von Stefan Konarske, der als Oberkommissar Daniel Kossik ausgeschieden ist.

Das Kieztörtchen ist Okons Lieblingscafé

Okon, gebürtiger Brandenburger, hat schon einiges von seiner Tatort-Stadt gesehen, war einmal im Signal-Iduna-Park (beim 4:0 gegen Stuttgart), hat das "Kieztörtchen" im Kreuzviertel als sein Lieblingscafé ausgeguckt und sich am Freitag die Stadt auf dem Florianturm von oben angeschaut.

Der Neue im Team von Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt) und Nora Dalay (Aylin Tezel), war der einzige Ermittler, der zur Premiere kam. Die anderen waren anderweitig beschäftigt und ließen grüßen.

Nicht nur wegen Rick Okon, der bereits im elften Fall als verdeckter LKA-Ermittler mitmischte, ist dieser Dortmund-Tatort anders als seine Vorgänger. Wieder ein harter Krimi, aber weniger düster. Vom Ton her leichter. "Luftiger", sagt Regisseurin Maris Pfeiffer, "die Zuschauer können einmal durchatmen".

Illegale Käfigkämpfe

Dieses Mal geht es um illegale Käfigkämpfe, um Leben und Tod, zwei zersägte und verbrannte Leichen, einen russischen Oligarchen, der den BVB kaufen will, eine Hauptkommissarin, die zu weit geht, und ein Kind als Zeuge, das nicht spricht.

Faber versucht "Kleinkhan", so nennt er das Kind, mit einem angegammelten Schokoriegel unter einem Hotelbett hervorzulocken. "Wie alt ist denn der?", fragt Bönisch. Faber: "Der Junge oder der Riegel?"

Faber menschelt

Noch mehr Dialogwitz als sonst und eine warme (Film-)sprache zeichnen diesen Tatort aus. Faber menschelt, zeigt Mitgefühl und Sorge für seine Kollegen, versucht, alles zusammenzuhalten, sagt zu Bönisch: "Ich würde Sie vermissen, Frau Bönisch, nicht nur als Fachkraft." Die macht beim ihm ein "kleines sympathisches Lachen" aus: "Das ist ein guter Anfang, wenn man Mensch werden will."

Ja, es gibt viel zu lachen, aber manchmal wird es auch lächerlich, geradezu absurd. Faber selbst fragt: "Sind wir hier noch in Deutschland?"

Dem Publikum hat's gefallen. Das zeigte der Applaus. Und kein Zweifel: Rick Okon ist Dortmunder.

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