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Die Straße sah aus wie ein Trümmerfeld. Bei dem Unfall wurde der Motorblock aus dem Wagen geschleudert. Foto: Justin Brosch

Tödlicher Unfall

Keine Obduktion angeordnet

MARL - Gleich mehrere Leser meldeten sich bei uns und hinterfragen, warum nicht das Blut des Fahrers untersucht wurde, der mit seinen beiden Beifahrern Ostersonntag auf der Victoriastraße tödlich verunglückt ist. Am Montag hatte Polizeipressesprecher Michael Franz auf Nachfrage erklärt, dass der 21-Jährige weder unter Alkohol noch unter Drogeneinfluss gestanden hätte.

In Zuschriften, die uns per E-Mail erreicht haben, aber auch in Internetkommentaren wurde immer wieder gefragt, warum das Blut denn nicht untersucht worden sei. Nur eine Blutprobe könne sicher anzeigen, ob jemand Alkohol getrunken oder Drogen konsumiert habe.

„Wenn die Polizei über derartige hellseherischen Fähigkeiten verfügt, warum werden dann bei anderen Unfallverursachern weiterhin Blutproben entnommen?“, fragt Leserin Andrea Westhoff.

Die Frage bleibt offen. Polizeisprecher Michael Franz wollte sich am Dienstag nicht anders äußern als am Montag: „Zu den konkreten Ermittlungen werde ich nicht mehr sagen. Die Staatsanwaltschaft hat keine Obduktion angeordnet.“ Warum diese nicht angeordnet wurde, konnten wir bislang bei der Staatsanwaltschaft Essen nicht mehr klären. Die Antwort steht aus.

Die Vorgeschichte:

Zwei Wochen ist es her, dass drei junge Marler bei einem tragischen Unfall auf der Victoriastraße am frühen Ostersonntagmorgen ums Leben kamen. Die Anteilnahme in den sozialen Netzwerken ist nach wie vor groß. Immer wieder wird aber auch die Frage gestellt, ob der Fahrer vielleicht alkoholisiert war oder unter Drogen stand.

„Nein, das war nicht der Fall“, erklärt Polizeisprecher Michael Franz auf Nachfrage unserer Zeitung, „wir haben zwar keine Blutprobe genommen, aber es gab darauf auch keine Hinweise.“ Die Polizei gehe nach aktuellem Stand der Ermittlungen weiter davon aus, dass der Opel Astra aufgrund hoher Geschwindigkeit in einer leichten Kurve in Höhe der Droste-Hülshoff-Straße von der Straße abgekommen und gegen eine Laterne geprallt war.

Der Fahrer (21) verstarb sofort. Die eingeklemmten Beifahrer (19 und 21) starben kurz darauf während der Rettungsmaßnahmen. Auf einen technischen Defekt am Wagen deute nichts hin. Kurz vor der Unfallstelle soll der Opel noch ein anderes Auto überholt haben. Laut Zeugenaussage mit „erheblicher Geschwindigkeit“. Die polizeilichen Ermittlungen seien aktuell zwar noch nicht abgeschlossen, aber neue Erkenntnisse seien laut Pressesprecher Michael Franz kaum mehr zu erwarten.

Ermittlungen zu Bränden

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen bezüglich des Bauernhof-Brandes an der Gladiolenstraße. Am Freitag nach Ostern brannte der Bauernhof trotz eines Großeinsatzes der Feuerwehr komplett aus. „Unsere Kollegen gehen weiter von Brandstiftung aus“, erklärt Michael Franz.

Wie es nur zwei Tage vor diesem Feuer zum Großbrand in der Müllsortieranlage der Alba-Unternehmensgruppe im Chemiepark kam, kann die Polizei immer noch nicht erklären: „Uns liegt das Gutachten das Sachverständigen, der vor Ort war, noch nicht vor“, sagt Polizeisprecher Michael Franz.

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