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Suat Serdar von Schalke gegen Lucas Höler (r) von Freiburg. Links steht Freiburgs Vincenzo Grifo, im Hintergrund rechts Schalkes Omar Mascarell.

Torloses Remis gegen Freiburg

Schalke bietet den Fans erneut nur Magerkost

Gelsenkirchen - Schalke 04 hat den ersehnten Befreiungsschlag auch im Heimspiel gegen den SC Freiburg verpasst. Die Königsblauen, die die gesamte zweite Hälfte nach einem berechtigten Platzverweis gegen Suat Serdar in Unterzahl agieren mussten, holten gegen einmal mehr aufopferungsvoll kämpfende Breisgauer nur einen mageren Punkt - zu wenig, um sich aus der Gefahrenzone der Bundesliga zu befreien.

Dabei hätten die äußeren Bedingungen für einen tollen Fußball-Nachmittag kaum besser sein können: Bei offenem Dach in der Veltins Arena lachte der Himmel die beiden Mannschaften und die 58.271 Zuschauer in schönstem „Königsblau“ an. Dagegen wunderte sich so mancher Fan, warum der gerade erst neu verlegte Rasen mit einigen unansehnlich brauen Stellen bereits einem viel bespielten Acker glich und somit eher nicht zu spielerischen Finessen und Kabinettstückchen in den folgenden 90 Minuten einlud.

Der seltsame Zustand des Bodens konnte die allgemeine Vorfreude jedoch nicht trüben - genauso wenig wie die Tatsache, dass Christian Heidel vor der Partie gegen den Tabellennachbarn aus dem Breisgau kurzfristig passen musste. Ein heftiger Infekt war verantwortlich dafür, dass der Sportmanager den 22. Bundesliga-Spieltag im Bett anstatt im Stadion verfolgte.

Schalke-Trainer Domenico Tedesco hatte eine Devise vor dem Anpfiff ausgegeben, und die lautete: absolute Offensive! Mit Mark Uth, Rabbi Matondo und dem in den letzten Wochen hochgelobten 18-jährigen Nachwuchstalent Ahmed Kutucu standen drei etatmäßige Stürmer in der Anfangsformation. Und die Mannschaft war anfangs offenbar wirklich heiß aufs Toreschießen: Gleich in der 2. Minute prüfte Uth mit einem Distanzschuss aus 22 Metern Freiburgs Keeper Alexander Schwolow.

Das war‘s dann aber auch erstmal mit dem angekündigten Schalker Sturm und Drang. Statt rassiger Torraumszenen waren ständige Ballverluste auf beiden Seiten angesagt, die gepflegte Langeweile auf den Rängen aufkommen ließen. Und so mischten sich in die permanenten Anfeuerungen aus der Schalker Nordkurve auch die einen oder anderen Pfiffe - kein Wunder angesichts der erneut schwachen Leistung der eigenen Kicker.

In der 33. Minute waren Zuschauer und Spieler dann aber wieder hellwach: Königsblau wollte ein Handspiel von Freiburgs Lukas Kübler im eigenen Strafraum gesehen haben. Aber Schiedsrichter Frank Wellenborg entschied sich nach Video-Überprüfung der Szene gegen den geforderten Strafstoß.

Noch heftigere Proteste von Schalker Seite gab es dann kurz vor der Pause: Wellenborg sah nämlich im Einsteigen von Suat Serdar mit offener Sohle gegen den Freiburger Mike Frantz an der Mittellinie - zu Recht - ein überhartes Foul und schickte den S04-Akteur zum Entsetzen des heimischen Publikums mit einer Roten Karte vorzeitig in die Kabine. Da half auch ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen gegen den „Schiri“ wenig, der ja auch - selbst nach genauem Betrachten der Szene - völlig richtig entschieden hatte.

Und hätte der für den verletzten Frantz eingewechselte Jerome Gondorf unmittelbar nach der Pause die erste Freiburger Chance und größte Möglichkeit des gesamten Spieles genutzt, wären Publikum und Mannschaft wohl gänzlich in Schockstarre verfallen. So aber mühten sich die Gastgeber weiter verzweifelt, um die so dringend benötigten drei Punkte auch mit einem Mann weniger auf dem Feld einzufahren. Und - so kurios das auch klingen mag - in Unterzahl entwickelten die Königsblauen inmerhin etwas mehr Zug zum gegnerischen Tor.

Die größeren Chancen hatten aber weiterhin die tapferen Freiburger. Wie in der 62. Minute, als nur die blitzschnelle Reaktion von Torwart Ralf Fährmann die Schalker nach einem Schuss von Vincenzo Grifo vor dem Rückstand bewahrte. Auf der anderen Seite stellte sich die Heim-Elf geradezu kläglich an, wenn es mal einen Anflug von Gefahr im Freiburger Strafraum gab. Auch die „jungen Wilden“ Kutucu und Matondo entwickelten nicht die nötige Durchschlagskraft, um die gut formierte SC-Abwehrreihe zu knacken.

Und am Ende konnten sich die Gastgeber mit dem einen Zähler sogar noch glücklich schätzen. Denn in der 79. Minute zeigte der Unparteiische nach einem angeblichen Handspiel von Oscar Mascarell im Schalker Strafraum auf den Elfmeterpunkt, nur um wenig später seine Entscheidung nach dem Videobeweis wieder zu revidieren.

So blieb es bis zum Abpfiff beim torlosen Remis, das nur den Freiburger ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben dürfte. Denn sie bleiben in der Bundesliga-Tabelle als 13. weiter mit einem Zähler vor Schalke 04, das seine Fans mit einer äußerst bescheidenen Vorstellung erneut bitter enttäuscht hat.

FC Schalke 04: Fährmann, McKennie, Nastasic, Mascarell, Uth, Serdar, Matondo (89. Bruma), Kutucu (84. Burgstaller), Oczipka, Harit (66. Bentaleb), Sané

SC Freiburg: Schwolow, Lienhart, Abrashi, Frantz (45. Waldschmidt), Höler (45. Gondorf), Kübler, Petersen, Haberer (88. Niederlechner), Heintz, Günter, Grifo

Tore: Fehlanzeige

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte gegen Suat Serdar (Schalke, 42.), Rote Karte gegen Günter (Freiburg, 90.+2)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 58.271

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