Totschlag

Pflegerin muss für neun Jahre ins Gefängnis

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DUISBURG - Es war ein Einsatz wie tausend andere: Für die Zeit des eigenen Urlaubs hat eine Familie aus Dinslaken eine Pflegehelferin engagiert – für die dementen Großeltern. Wenige Tage später war der 87-jährige Mann tot. Gestorben nach einer Überdosis Schmerzmittel. Jetzt muss die Pflegerin ins Gefängnis.

Neun Jahre Haft hat das Duisburger Schwurgericht am Montag verhängt – wegen Totschlags. Die 32-jährige Angeklagte hatte gestanden, den Senioren ein opiumhaltiges Schmerzmittel verabreicht zu haben, das ihnen nicht verschrieben worden war. Die Folgen waren dramatisch. Kreislaufprobleme, dann Stürze. Für den 87-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er war nur einen Tag später im Krankenhaus verstorben. Seine Frau hat den Medikamenten-Schock überlebt.

Die Pflegehelferin hatte die unerlaubte Verabreichung vor Gericht gestanden. Allerdings ohne böse Hintergedanken, wie sie beteuerte. „Warum sollte ich einem alten Mann auch etwas antun“, hatte sie die Richter unter Tränen gefragt.

Viel zu hohe Dosierung

Es war jedoch nicht nur das Medikament an sich. Es war auch die Dosierung. Im Urteil war von einer Ration die Rede, die deutlich über der erlaubten Tagesmenge lag. Was die Angeklagte auch gewusst habe. Schließlich habe sie das Schmerzmittel nach einem schweren Sturz selbst seit langer Zeit in übergroßen Mengen zu sich genommen.

Die 32-jährige war im Dezember 2016 über eine Agentur in den Haushalt der Senioren nach Dinslaken gekommen. Eine Pflegeausbildung hat sie nie absolviert. Über ihren eigenen Medikamenten- und Alkoholmissbrauch hat offenbar niemand etwas gewusst.

Rubriklistenbild: © David Ebener (dpa)

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