+
Polizeiaufgebot in der Humboltstraße. Foto: Benedikt Reichel

Pro NRW auf Tour

Rechte Demo verläuft größtenteils friedlich

BOCHUM - Der Demonstrationstag beginnt in Bochum mit einem Aufreger. Ein vermeintlicher Sprengstofffund in den frühen Morgenstunden lässt die Polizei aufschrecken. Es ist nur eine Attrappe, die von einem 18-Jährigen dort platziert worden ist. Die Demonstrationen verliefen weitesgehend friedlich.

Aktualisierung 12.51 Uhr:

Die Humboldtstraße und Marienplatz sind wieder frei.

Aktualisierung 12.28 Uhr:

Die pro NRW-Kundgebung ist beendet, die als rechtsextrem eingestufte Partei, hat Bochum verlassen und setzt ihre Wahlkampftour durchs Ruhrgebiet fort. Laut Polizei hat es keine weiteren Zwischenfälle gegeben. Auch die Gegendemonstrationen - insgesamt waren zwischen 250 und 300 Leute vor Ort lösen sich langsam auf.

Aktualisierung 11.50 Uhr:

pro NRW provoziert - mit Erfolg. Die rechtsextreme Partei provoziert muslimische Gegendemonstranten mit Mohammed-Karikaturen, forciert Tumulte. pro NRW ist der Aggressor - aber ein Gegendemonstrant wurde verhaftet. Die Polizei bemüht sich wieder Ruhe einkehren zu lassen.

Aktualisierung 11.35 Uhr:

Die Kundgebung von pro NRW läuft. An einer Absperrung hat sich eine Gruppe Anwohner versammelt und skandiert immer wieder: "Nazis raus, Nazis raus". pro NRW und die Gegendemonstranten sind räumlich großzügig voneinander getrennt. Rund 150 Meter liegen zwischen den beiden Veranstaltungen. Scharmützel zwischen Demonstranten und Polizei sind bislang ausgeblieben.

Aktualisierung 11.03 Uhr:

pro NRW hat Bochum erreicht - und wird mit einem lautstarken Trillerpfeifenkonzert von den Gegendemonstranten empfangen.

Aktualisierung 10.53 Uhr:

Ein Sprengstoffexperte sagt laut Polizei, dass die Vorrichtung, die der 18-Jährige in einer Kellerluke deponiert haben soll, ausgereicht habe, um einen Sprengssatz zu zünden. Allerdings waren weder Sprengstoff noch Zünder vorhanden. Das Haus wurde trotzdem evakuiert. Unterdessen hat die Bezirksschülervertretung dementiert, irgendwas mit dem vermeintlichen Sprengssatz zu tun zu haben.

Aktualisierung 10.51 Uhr:

Die Polizei schätzt die Zahl der Gegendemonstranten auf 150. Außerdem korrigierte die Polizei den Hintergrund des Tatverdächtigen: Der 18-Jährige, der eine Sprengstoffattrappe in eine Kellerluke an der Humboldtstraße gworfen haben soll, kommt nach Angaben von Polizeisprecher Axel Pütter aus dem linken Spektrum der Bochumer Szene. Er ist bislang nicht in Erscheinung getreten, hielt sich laut Pütter aber bei bereits polizeilich Bekannten Personen aus dem linken Spektrum auf. Deswegen vermuten die Ermittler, dass der junge Mann ebenfalls den linken Szene zuzuordnen ist. Der 18-Jährige wird aktuell auf dem Polizeipräsidium verhört.

Aktualisierung 10.42 Uhr:

Von pro NRW fehlt noch jede Spur. Die Bezirksschülervertretung und die Antifa haben ihre Demonstrationen am Marienplatz aufgenommen. Es sind rund 130 Demonstranten vor Ort. Einige weitere Demonsranten haben sich an der Moschee versammelt, um Flagge gegen Rechts zu zeigen.

Kurz vor 7 Uhr bekommt die Polizei eine Meldung: Ein Kellerfenstergitter an der Humboldtstraße wurde aufgehebelt. Gegenüber der Moschee, vor der heute Mitglieder der rechtsextremen Partei pro NRW demonstrieren wollen. Ein Anwohner beobachtet, wie ein junger Mann etwas in der Kellerluke platziert. Drogen, glaubt er zunächst.

Karton mit Kabeln, Klebeband und Handy

Tatsächlich findet die Polizei ein Päckchen. Doch das sieht gar nicht nach Drogen aus. Ein Karton, Kabel gehen da hinein und hinaus, alles ist mit Klebeband umwickelt, ein Handy klebt darauf. "Es sieht genau so aus, wie man Sprengstoffbomben im Film darstellt", sagt Polizeihauptkommissar Thomas Lienemann. Die Beamten holen einen Sprengstoffhund heran. Der ist zwar "interessiert an dem Paket", sagt Lienemann, doch kommt nicht nah genug heran, um tatsächlich Sprengstoff zu erkennen. Der Kellerschacht geht fast einen Meter in die Tiefe.

Spezialkräfte der Polizei röntgen das Paket und schnell wird klar - Sprengstoff ist dort nicht drin. Der Inhalt des Pakets: viele Lautsprecherkabel und ein Lautsprecher. "Man kann damit akustische Signale setzen", sagt Lienemann. Wozu das Gerät dienen sollte, ist unklar. Die Beamten nehmen es mit.

Tatverdächtiger festgenommen

Und ebenso einen 18-Jährigen Tatverdächtigen. Der Anwohner hat den Mann identifiziert. Nach ersten Aussagen soll es sich um einen Gesinnungsgenossen der rechtsextremen Partei pro NRW, die ab 11 Uhr vor der Moschee demonstrieren will, gehandelt haben. Später dementiert die Polizei dies. Sie ordnen den Verdächtigen der linken Szene zu. Letztlich teilt die Polizei mit, dass es sich um einen akustischen Sender gehandelt hat, der per Handy ausgelöst wohl Störsignale senden sollte

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Schwerer Unfall im Schacht - Sanitäter müssen sofort Verstärkung holen
Schwerer Unfall im Schacht - Sanitäter müssen sofort Verstärkung holen
Mann in blauer Jacke onaniert vor 70-jähriger Seniorin - Polizei sucht den Unbekannten
Mann in blauer Jacke onaniert vor 70-jähriger Seniorin - Polizei sucht den Unbekannten
Ins Gesicht geschlagen und mit Flasche beworfen: Streit eskaliert am Busbahnhof
Ins Gesicht geschlagen und mit Flasche beworfen: Streit eskaliert am Busbahnhof

Kommentare