Traditionelle Küche

Dortmunderinnen bringen Kochbuch mit Ruhrpott-Rezepten heraus

DORTMUND - Zum Leben in Dortmund gehört Currywurst. Und Pfefferpothast. Und Salzkuchen. Die Küche hier ist deftig, vielfältig und traditionell. Zwei Dortmunderinnen haben nun die besten Ruhrpott-Rezepte für ein Buch gesammelt.

Salzkuchen. Mit Mett. Für Stephanie Streit-Boudon ist dieses Gericht Heimat. Mehr Dortmund, findet sie, geht wohl gar nicht. Zumindest was die Küche angeht.

Salzkuchen mit Mett, damit, sagt sie, ist sie groß geworden. Das habe es immer gegeben, wenn es einen besonderen Anlass gab. Immer, wenn sie mit ihren Eltern bei Hövels Essen war. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Heißhunger in der Schwangerschaft

Als sie mit ihren Töchtern - heute sechs und acht - schwanger war, da habe sie einen unendlichen Heißhunger auf Salzkuchen mit Mett gehabt. "Ich habe meinen Mann damit verrückt gemacht, direkt nach der Geburt einen Salzkuchen zu essen", sagt sie. "Das kann wahrscheinlich nur ein Pottkind nachvollziehen."

Es sind noch eine ganze Menge anderer traditioneller Gerichte, mit denen Stephanie Streit-Boudon und auch schon ihre Mutter Barbara Boudon aufgewachsen sind. Gerichte, die das Ruhrgebiet und seine Art widerspiegeln.

Viele dieser Rezepte haben Mutter und Tochter nun gesammelt und für ihr Kochbuch "Original Ruhrpott" zusammengetragen.

Burger aus Reibekuchen

Rund 30 Stück sind es geworden. Die meisten kommen aus dem Umfeld der Familie. Manche aber auch von Gastronomen, wie der Ruhrpott-Burger aus dem Restaurant Overkamp - mit Reibekuchen, Zwiebeln, Apfelringen und Blutwurst.

Deftige Eintöpfe - Erbsen- und Taubensuppe - sind ebenso dabei wie Pfefferpotthast, Currywurst und Panhas, das Leibgericht von Barbara Boudon. Sie muss, sagt sie, dann immer an Kindheitstage auf dem Bauernhof denken.

Geschichten zu jedem Rezept

"Es ist eine mächtige Küche", sagt Stephanie Streit-Boudon. Sie lacht. Klar, an den Aufgesetzten mit Johannisbeeren haben sie deshalb auch gedacht.

Das Buch, sagt die 41-Jährige, richte sich an alle, die sich für das Ruhrgebiet interessieren, für das Essen und die Kultur hier. Zu jedem Gericht erzählen die beiden Frauen eine Geschichte - zum Beispiel zur Entstehung. Barbara Boudon hat sich dafür intensiv mit ihrer Heimat beschäftigt.

Ein Ort der Geselligkeit

Gutes Essen spielt bei den Boudons schon immer eine große Rolle. "In meiner Familie wurde immer gerne gekocht", sagt Stephanie Streit-Boudon, die einen Foodblog betreibt und einige Jahre einen Partyservice betrieben hat. Sie erzählt von Sonntagen bei ihrem Großvater, er war Jäger und Angler und zeigte seiner Tochter und später seiner Enkelin, wie man Fisch und Wild zubereitet.

"Meinem Großvater war sehr wichtig, dass wir zusammengesessen und gegessen haben", sagt sie. Das habe ihr auch ihre Mutter so weitergegeben und sie gebe es an ihre Kinder weiter. Der Esstisch, sagt sie, ist für sie ein Ort der Geselligkeit, des Austauschs, der Zusammenkunft.

Kochbuch-Sammlung

Mit zehn Jahren habe sie ihr erstes Kochbuch bekommen, ihre Mutter habe ihr alles Wichtige in der Küche beigebracht. Barbara Boudon selbst sammelt seit vielen Jahren Kochbücher. Es sind mittlerweile einige Hundert. Zwei Stück hat die 65-Jährige schon selbst geschrieben - nun kommt Nummer drei. Das Ruhrpott-Kochbuch liegt den beiden Dortmunderinnen auch deshalb am Herzen, weil sie damit sicherstellen wollen, dass diese traditionellen Rezepte nicht verloren gehen.

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