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ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Thomas Geiger vom 4. September 2018: Moderne Zeiten: In vielen Fällen hat der Dietrich beim Autodiebstahl ausgedient, denn die Langfinger bauen längst auf digitale Hilfsmittel. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Trotz Diebstahlschutz

Diebe haben es auf Luxus-Autos abgesehen

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KREIS RE - Spezialisierte Banden tricksen die elektronischen Systeme moderner Nobel-Karossen aus. Die gestohlenen Fahrzeuge tauchen fast nie wieder auf.

Langfristig betrachtet nimmt die Zahl der Autodiebstähle im Vest ab. Mit 358 geklauten Pkw war 2009 im Kreispolizeibezirk (Kreis RE und Bottrop) ein Höhepunkt erreicht worden, erklärte Michael Franz von der Polizeipressestelle auf Anfrage. 2017 flossen „nur“ noch 256 Diebstähle in die Statistik ein (aktuellere Daten liegen noch nicht vor). Der Rückgang hängt wahrscheinlich mit der Weiterentwicklung des Diebstahlschutzes zusammen. Doch gleichzeitig stellt die Polizei auch fest, dass es die Täter vor allem auf hochwertige Autos der Marken Mercedes, BMW und VW abgesehen haben.

Die Vorgehensweise der Täter hat Methode: Sie suchen gezielt nach Luxus-Karossen, die regelmäßig vor Häusern geparkt werden. Die Diebe kommen dann in der Regel nachts, steigen in den Wagen ein und fahren damit weg. Das alles geschieht völlig unspektakulär. Es wird keine Scheibe eingeschlagen, keine Autotür aufgebrochen, was Lärm machen und Alarm auslösen würde.

Teure Autos gehören in die Garage

Die Ganoven, vermutlich spezialisierte Banden, überwinden die elektronischen Systeme, vor allem wenn es sich um sogenannte Keyless-Systeme handelt, die auf Funksignale reagieren und ein schlüsselloses Öffnen und Wegfahren (Start-Stopp-Knopf) ermöglichen. „So bleibt der Diebstahl erst einmal völlig unbemerkt“, sagt Michael Franz.

Die gestohlenen Fahrzeuge tauchen fast nie wieder auf. Sie werden, so der Polizeisprecher, schnellstens ins Ausland verschoben. Laut Polizeistatistik wird im Vest nur gut jeder fünfte Pkw-Diebstahl aufgeklärt. Die Aufklärungsquote betrug 2017 exakt 22,27 Prozent. Manchmal hilft Kommissar Zufall, wie bei dem gestohlenen Wagen, dessen Fahrer auf der A 2 bei Bielefeld in eine Radarfalle fuhr.

Wie lassen sich solche Diebstähle verhindern? Wer eine Garage hat, sollte diese unbedingt nutzen, rät Michael Franz. Und wenn das Fahrzeug schon am Straßenrand abgestellt werden müsse, dann am besten an gut beleuchteten und belebten Stellen. Die Keyless-Schlüssel sollten im Haus möglichst so gelagert werden, dass die Diebe die elektronischen Systeme nicht knacken können. Dafür gibt es besondere Aluminiumhüllen, die das Funksignal abschirmen. Auch den Schlüssel im Kühlschrank aufzubewahren, ist ein „heißer“ Tipp.

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