Trotz Stellen-Streichung

Signal Iduna bleibt größter privater Arbeitgeber

Dortmund - Kein privates Unternehmen in Dortmund hat mehr Beschäftigte als der Versicherungskonzern Signal Iduna. Und das, obwohl das Unternehmen bis Ende 2017 rund 1400 Vollzeit-Stellen in seinen Verwaltungen in Hamburg und Dortmund gestrichen hat. Wie ist das dann möglich?

Ihre Bilanz für 2017 legt die Signal-Iduna-Gruppe erst zur Jahresmitte vor, doch schon jetzt verriet Vorstandschef Ulrich Leitermann, 2017 sei "zufriedenstellend" gewesen. Die Beitragseinnahmen des Versicherungskonzerns seien um 1,7 Prozent gewachsen, sehr erfolgreich gewesen sei man bei den Krankenversicherungen, hier seien exakt 4222 Verträge gewonnen worden.

1400 Stellen gestrichen

Leitermann informierte bei einem Pressegespräch am Dienstag in der Dortmunder Hauptverwaltung der Versicherung über deren Entwicklung. Und über die Herausforderungen der Branche, der nach Ansicht Leitermanns bis Mitte des nächsten Jahrzehnts niedrige Zinsen zu schaffen machen werden.

Signal Iduna hat bekanntlich 2014 ein Programm eingeleitet, mit dem Ziel, ab 2018 140 Millionen Euro pro Jahr zu sparen. "Wir werden das schaffen", sagte Leitermann. Bis Ende 2017 hat der Konzern 1400 Vollzeit-Stellen gestrichen. Mitarbeiter erhielten Abfindungen, entschieden sich für die Altersteilzeit, gingen in Ruhestand. In Dortmund sind schlussendlich rund 200 Stellen weggefallen; weil auf der anderen Seite Mitarbeiter aus der Fläche nach Dortmund wechselten, arbeiten noch immer über 2100 Köpfe in der Stadt für Signal Iduna. Damit bleibt die Versicherung der größte private Arbeitgeber in Dortmund.

100 Millionen Euro investiert

Wie geplant, sagte Leitermann, habe man in den vergangenen Jahren 100 Millionen Euro investiert, etwa die IT komplett modernisiert, Millionen von Altverträgen in neue Softwares migriert und Geld in digitale Projekte gesteckt.

Bis 2023 will die Signal Iduna durch organisches Wachstum ihre Beitragseinnahmen auf sieben Milliarden Euro steigern - das wäre ein Plus von 25 Prozent. Das sei "ambitioniert", sagte Leitermann selbst, "und wird nur gehen, wenn man Dinge anders macht als bisher". Dazu zählt die Zusammenarbeit mit Start-ups, um mit innovativen, digitalen Produkten "Meter zu machen".

Veränderungen zur Jahresmitte

Harsche Kritik äußerte Leitermann mit Blick auf die von der SPD geforderte Bürgerversicherung. Mit dieser würde es "für alle definitiv schlechter".

Eine Veränderung kündigte Leitermann für die Jahresmitte an: Dann werden die Obergesellschaften des Konzerns einheitlich unter dem Namen Signal Iduna firmiert. Aus der Signal Unfallversicherung a.G. wird die Signal Iduna Unfallversicherung, aus der Iduna Vereinigte Lebensversicherung aG die Signal Iduna Lebensversicherung. Man will die Marke Signal Iduna, nicht zuletzt bekannt durch das Sponsoring beim BVB, besser fürs Marketing nutzen.

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