Tulpenstraße

Dieser Flickenteppich war mal eine heile Straße

SÖLDERHOLZ - Auf dem Stadtplan ist die Tulpenstraße im tiefsten Dortmunder Süden noch als solche eingezeichnet. Klar, die Strecke heißt auch noch so. Sie ist in einem ziemlich erbarmungswürdigen Zustand. Nur, warum geschieht hier nichts?

Es war lange ruhig an der Tulpenstraße. Einer kleinen Wohnstraße in Sölderholz. Schmucke Häuser säumen sie und stehen ganz im Gegensatz zu der Fahrbahn, der sogenannten Straße, die sich langsam in ihre Bestandteile auflöst. Jetzt meldeten sich wieder Leser zu Wort, die fordern, dass endlich etwas geschieht.

Was ist das Problem?

Die Straße ist in einem ganz üblen Zustand. Seit vielen Jahren bemüht sich die Stadt Dortmund, das Gröbste zu flicken. Das bedeutet, dass Mitarbeiter mit Eimer und Schüppe anrücken, um Löcher in der nicht mehr vorhandenen Fahrbahndecke zu schließen. Eine Sisyphusarbeit.

Was bemängeln die Bürger?

Die Tulpenstraße wird unter anderem von zahlreichen Spaziergängern genutzt. Hier besteht die Gefahr, vor allem in der Dunkelheit, dass es zu Stürzen kommt. Vor allem die älteren Menschen haben große Probleme die Straße zu nutzen.

Ist denn kein Bürgersteig vorhanden?

Nein. Auf den knapp 800 Metern, die die Straße lang ist, gibt es keine Möglichkeit für Fußgänger sicher voranzukommen.

Warum greift die Stadt Dortmund nicht ein?

Die Lage scheint dort kompliziert. Das deutete auch Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel im Gespräch mit dieser Zeitung an. Während die Stadt Dortmund davon ausgeht, dass es sich bei der Sanierung der Straße um einen Erstausbau handelt, ist die Meinung vor Ort ein wenig anders. Es könnte, so Schädel, sein, dass es sich um eine historische Straße handeln würde und somit sei es kein Erstausbau.

Ist das denn wichtig ?

Ja, dabei geht es ums Geld. Wird die Straße erstausgebaut, könnten Anwohner nach dem kommunalen Abgabengesetz bis zu 75 Prozent der Kosten tragen.

Aber es gibt noch ein anderes Problem an der Tulpenstraße?

Ja, das ist der Bebauungsplan Ap162n, der, laut Aussage der Stadt Dortmund, nun rechtskräftig ist.

Was hat denn ein Bebauungsplan mit der Tulpenstraße zu tun?

Das Problem an der Sache ist, dass der Baustellenverkehr für das geplante neue Baugebiet über einen Teil der Tulpenstraße erfolgen wird. Daher soll die Sanierung der Straße erst in Angriff genommen werden, wenn die Bebauung abgeschlossen ist.

Und wann könnte das sein?

Das scheint ein Blick in die Kristallkugel zu sein. Anwohnerbeschwerden haben schon mehrmals zu einer Änderung des Bebauungsplanes und damit zu einer zeitlichen Verschiebung geführt. Auch die Mitglieder der Bezirksvertretung hatten immer wieder Gründe, dem Bebauungsplan nicht zuzustimmen.

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