U-Bahn-Störung

Überfüllte U42 bleibt liegen - und wird von Passagieren auf eigene Faust geöffnet

Was tun, wenn in einer liegen gebliebenen U-Bahn die Luft immer schlechter wird? Fahrgäste der U42 haben schließlich die Türen von Hand geöffnet und sind auf der Strecke ausgestiegen.

Um dem starken Verkehr vor dem BVB-Spiel am Samstag zu entgehen, wollte Samira Lander auf das Auto verzichten und mit der U42 von der Grotenbachstraße in die Stadt fahren. Hinterher war ihr klar, dass das Auto eindeutig die bessere Alternative gewesen wäre.

Bereits an der Starthaltestelle habe die U-Bahn circa eine halbe Stunde Verspätung gehabt (planmäßig wird die Strecke alle 10 Minuten befahren). Und vollbesetzt sei sie auch schon gewesen: "Um auf dem Weg zum Stadion einen Sitzplatz zu haben, sind einige Fans schon früher eingestiegen und ein Stück in entgegengesetzte Richtung gefahren." Mit den zusätzlichen Fahrgästen von der Grotenbachstraße sei die Bahn dann so voll gewesen, dass an den weiteren Stationen keine Fahrgäste mehr einsteigen konnten.

Fahrgäste fühlen sich unzureichend informiert

"Als die Bahn an der Palmweide gehalten hat, schien es schon ein Problem zu geben. Der Bahnführer hat die Leute im vorderen Waggon aufgefordert auszusteigen, damit er selbst aussteigen und nachsehen könne. Dann ist er aber wieder eingestiegen und wir sind weitergefahren" schildert Lander. Kurz darauf sei die Bahn dann liegen geblieben. "Der Bahnführer hat dann zwar eine Durchsage gemacht, dass es ein Problem gebe, dann ist aber minutenlang nichts passiert. Dadurch, dass die Heizung an war und die Leute dicht an dicht standen, wurde es sehr unangenehm. Die Leute haben dann angefangen, die Türen zu öffnen."

DSW-21-Pressesprecher Marc Wiegand konnte auf Anfrage bestätigen, dass es zwischen den Haltestellen An der Palmweide und Theodor-Fliedner-Heim zu einem etwa 25-minütigen Fahrtstopp gekommen ist, betont aber auch, dass der Fahrer mehrere Durchsagen gemacht habe. Schließlich sei ein Techniker aus der Werkstatt eingetroffen, der die U-Bahn für eine Weiterfahrt bis zum Theodor-Fliedner-Heim wieder flott gemacht habe.

Ob ein technisches Problem schon an der Palmweide vermutet wurde und was den technischen Defekt ausgelöst hat, konnte Wiegand am Samstagabend nicht sagen. Er kündigte aber die ausführliche Aufarbeitung des Vorfalls an.

Eigenhändiger Ausstieg verboten und gefährlich

Wiegand kritisiert scharf, dass einige Fahrgäste ohne Instruktion durch das Bahnpersonal die Türen öffneten: "Wer so etwas macht, gefährdet sich und andere. Ohne die Bahnsteigkante gibt es einen Höhenunterschied von etwa einem Meter. Und wenn man ausgestiegen ist, steht man entweder auf den Gleisen oder auf der Straße. Solche Aktionen sind sehr gefährlich." Er rät deswegen dringend davon ab, auf eigene Faust auf freier Strecke auszusteigen.

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