UBP-Vorsitzender

Köller legt Kreis-Mandat nieder

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Kreis Recklinghausen - Nachdem das Kreistagsmitglied Tobias Köller als UBP-Vertreter erstmals und überraschend in die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) gewählt worden war und damit für eine Verdopplung der Sitze des Ruhrparlaments gesorgt hatte, trat Köller gestern als Kreistagsmitglied völlig überraschend zurück. Beteuerte aber, dass er seinen Sitz in Essen wahrnehmen wolle.

Geht das? Diese Frage haben sich gestern Beobachter sowohl im Kreishaus in Recklinghausen, als auch beim Regionalverband in Essen gestellt. RVR-Pressesprecher Sven Hapke bestätigte auf Nachfrage, dass Köller persönlich gewählt worden sei und die Wahl angenommen habe. Somit könne er auch ohne aktuelles Kreistagsmandat im Ruhrparlament sitzen. Selbst Köllers Rücktritt würde die Größe des RVR-Parlaments nicht mehr verändern, so Sven Hapke. Denn dann würde ja die UBP-Reserveliste greifen.

Köller kündigte übrigens im selben Atemzuge auch an, dass er als Mitglied des Schulausschusses der UBP-Kreistagsfraktion erhalten bleiben und seinen Posten im Verwaltungsrat der Sparkasse ebenfalls weiter ausüben wolle. Die Wahlen zu Ausschüssen und weiteren Gremien nach der Kommunalwahl fanden allerdings noch gar nicht statt. Sie stehen erst zur zweiten Kreistagssitzung am 1. September auf der Tagesordnung.

Borsu Alinaghi soll Nachfolger werden

Für viele überraschend teilte gestern der UBP-Chef mit, dass er sein Kreistagsmandat vor dem Kreiswahlleiter nieder gelegt habe. Weil er persönlich zu viele Aufgaben gleichzeitig wahrnehme müsse. Das sei der richtige Zeitpunkt, um etwas zu ändern, sagte Köller im Gespräch mit unserer Redaktion. Er schlägt seinen Parteikollegen und Freund Borsu Alinaghi als Nachfolger in der Kreistagsfraktion vor. Der UBP-Ratsherr in Marl solle Köller auch als Fraktionschef beerben, will der Gründer der Unabhängigen Bürgerpartei (UBP) vorschlagen. Neben Alinaghi sitzen weiterhin Claudia Ludwig und Lars Radziej in der UBP-Kreistagsfraktion.

„Ich halte es für einen richtigen Weg, Aufgaben in der Partei neu zu strukturieren, aber auch ein Signal an den einen oder anderen Kritiker zu senden, dass Mandate kein Selbstzweck sind“, so Köller. Der UBP-Chef sah sich spätestens nach seiner Wahl und dem dadurch aufgeblähten Parlament starker Kritik ausgesetzt. Der Einzug von Köller verursachte mittels Verhältnisausgleich die Vermehrung der Sitze von 71 auf 138.

Köller hat Sorge um seine Kinder

„Es ist schockierend und zugleich alarmierend, dass selbst meine Kinder in das politische Fadenkreuz gelangen“, schreibt Köller. Er wirft seinen politischen Gegnern in der Debatte um das RVR-Parlament „perfide Lügen“ und „bewusste Falschdarstellungen“ vor. „Hier gilt es einen klaren Strich zu ziehen.“ Ihm blieben neben den Parteifunktionen als „Landes- und Kreisvorsitzender“ der UBP auch sein Sitz im Stadtrat Recklinghausens und im Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft Recklinghausens. Er wolle sich als Kreisvorsitzender der UBP auch wieder zur Wahl stellen, so Köller.

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