Überfälle auf Rewe-Märkte

Räuber bittet Opfer um Entschuldigung

Dortmund - Um seine horrenden Spielschulden zu tilgen, soll ein Bauarbeiter fünf Raubüberfälle auf Rewe-Märkte und Spielhallen verübt haben. Am zweiten Verhandlungstag vor dem Dortmunder Landgericht bittet er die Opfer um Entschuldigung. Doch nicht bei allen Zeugen kommt das gut an.

Immer wieder musste eine 53-jährige Zeugin ihre Aussage unterbrechen. Die Frau schluckte und musste die Tränen zurückhalten. "Ich fühle mich nirgendwo mehr sicher", sagte sie den Richtern.

Im Oktober 2017 hatte sie alleine die Aufsicht in einer Spielhalle in Hannover übernommen, als ihr der Angeklagte plötzlich eine Pistole vorhielt. "Er war eigentlich ganz freundlich", erinnerte sich die Zeugin. Und doch habe sie in diesem Moment einfach nur panische Angst gehabt.

Zeugin lehnt Entschuldigung ab

Als die 53-Jährige ihre Aussage bereits beendet hatte, wandte sich der Verteidiger des Angeklagten noch einmal der Frau zu. "Mein Mandant möchte Sie gerne um Entschuldigung bitten. Darf er das?", fragte Rechtsanwalt Michael Budde. Die Zeugin reagierte regelrecht entsetzt. "Nein", antwortete sie schroff.

Bei anderen Zeugen hatte der 20-jährige Bauarbeiter am Donnerstag mehr Glück. Diese hörten ihm nicht nur zu. Einige nahmen seine Entschuldigung sogar ausdrücklich an.

Dass er die angeklagten fünf Raubüberfälle in Hannover, Dortmund und Mülheim an der Ruhr begangen hat, hatte der Angeklagte bereits am ersten Verhandlungstag zugegeben. Er habe beim Pokern mit einer Gruppe türkischer Drogendealer in Hannover einen sechsstelligen Betrag an Schulden angehäuft gehabt, sagte er den Richtern. Irgendwann habe er keinen anderen Ausweg mehr gesehen, sich eine ungeladene Gaspistole besorgt und die Überfälle verübt.

Mit täuschend echt aussehender Waffe

In Dortmund schlug der Räuber Ende November 2017 im Rewe-Markt am Körner Hellweg zu. Er bedrohte sechs Angestellte mit seiner täuschend echt und gefährlich aussehenden Waffe und zwang sie dazu, sich selbst mit Kabelbindern zu fesseln.

Mit rund 26.000 Euro Bargeld aus dem Tresor trat er daraufhin die Flucht an. Nur wenige Tage später konnte der Angeklagte in Mülheim an der Ruhr nach einem weiteren Raubzug festgenommen werden.

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