Überfälle auf Transporter

Polizei nimmt kriminelle Bande fest

DORTMUND/Dorsten - Die Bande steht im Verdacht, mehrere Überfälle auf Lieferanten verübt und bereits weitere Überfälle geplant zu haben. Die Polizei hat gegen fünf Männer Untersuchungshaft verhängt.

Bei mehreren Überfällen auf Transporter sind in Waltrop (2.1.), Dortmund (5.1. und 8.2.) und Dorsten (18.1.) die Fahrer eines Unternehmens an ihren Firmenwagen bedroht und ausgeraubt worden. Wie die Polizei mitteilte, ergaben die Ermittlungen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Überfällen gab. Unter anderem durch die Beobachtung eines aufmerksamen Streifenwagenteams kamen die Ermittler einem 26-jährigen Mann aus Dortmund auf die Spur.

Der Mann war in einer Nacht in Waltrop aufgefallen, weil er sich laut Polizei verdächtig verhielt. Die Beamten schrieben einen Bericht über ihre Beobachtungen. Später wurde genau dieser Bericht für die Ermittler interessant, weil einige Tage danach ganz in der Nähe einer der Transporterfahrer überfallen wurde.

Tatorte im Vorfeld ausspioniert?

Neben dem 26-Jährigen gerieten fünf weitere Männer aus Dortmund (19 bis 26 Jahre alt) in den Fokus der Ermittlungen. Sie stehen im Verdacht, im Vorfeld die Tatorte gemeinsam ausspioniert zu haben.

Als die Fahrer in die Transporter einsteigen wollten, sollen die Männer sie mit Waffen bedroht oder zusammengeschlagen haben, heißt es von Seiten der Polizei. Die Täter sollen die Fahrer entweder dazu aufgefordert haben, den Lieferraum zu öffnen oder wie in Dorsten sogar den kompletten Transporter abzugeben.

Sechs Tatverdächtige festgenommen

In der Nähe der Tatorte sollen die anderen Täter mit einem Fluchtfahrzeug gewartet und Schmiere gestanden haben, sagt die Polizei. Am 6. März (Dienstag) konnten die sechs Tatverdächtigen in Dortmund festgenommen werden. Sie stehen im Verdacht, bereits einen neuen Überfall geplant zu haben.

Bei den Durchsuchungen ihrer Wohnungen fanden die Kriminalbeamten Beweismittel wie Masken. Die Männer wurden am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum dem Haftrichter vorgeführt. Gegen fünf Männer wurde Untersuchungshaft verhängt.

"Die Täter hatten eine gewisse Erwartungshaltung. Sie haben in den Transportern viel Geld und Tabakwaren vermutet", sagt Pressesprecherin des Polizeipräsidium Recklinghausen, Ramona Hörst. Das Präsidium hat die Ermittlungen aus Dortmund übernommen, weil die Taten zusammenhängen.

Die behördenübergreifende Zusammenarbeit habe in dem Fall gut funktioniert. Durch den regelmäßigen Austausch konnten Paralleln der Fälle erkannt werden.

Bandenkriminalität ist laut Hörst keine Seltenheit. Immer wieder gebe es Fälle, bei denen bestimmte Maschen zu erkennen seien. "Die Überfälle auf die Transporter müssen sorgfältig geplant gewesen sein", sagt Hörst. Die Arbeitsteilung, die bei dieser Bande eindeutig zu erkennen war, sei bandentypisch.

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