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Archivbild von einer Massenschlägerei in Recklinghausen: Situationen wie diese sind für Polizeibeamte immer eine brenzlige Situation.

Übergriffe auf Polizisten

Gewalt weiter auf hohem Stand

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KREIS RECKLINGHAUSEN - Treten, schlagen, beißen, und spucken – die Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten verharrt weiter auf hohem Stand. Kleine Anfragen der FDP-Opposition im Düsseldorfer Landtag greifen die Problematik in den Beispiel-Präsidien Recklinghausen und Bochum auf. In ihrer Antwort listete die Landesregierung auch Folgen der Gewalt gegen Beamte auf – allein in Bochum fielen im vergangenen Jahr bei 24 betroffenen Polizisten 58 Krankentage an, im Bereich des für den Kreis RE und Bottrop zuständigen Präsidiums Recklinghausen 249 (16 Verletzte).

Das stellt das Zahlenverhältnis von 2014 auf den Kopf: Da fielen im Bereich Recklinghausen 15 verletzte Beamte für zusammen 71 Tage aus, in Bochum fehlten 21 Polizisten insgesamt 640 Tage – dies alles vor dem Hintergrund, dass es überall aus den 47 Polizeibehörden des Landes NRW Klagen über die Personalausstattung und Überstundenberge gibt.

Die Zahl der Krankentage sagt allerdings nichts darüber aus, welche Einzelschicksale von Beamten dahinter stehen, welche Langzeitfolgen und Auswirkungen auf den Dienstalltag in den Präsidien „Gewalteinwirkung“ hat, wie es im Amtsdeutsch heißt. Etwa dann, wenn jemand für einige Zeit oder sogar dauerhaft nur noch im Innendienst eingesetzt werden kann.

Das Spektrum der Gewalt gegen Polizisten ist breit, erst Anfang Oktober wurden Polizisten bei einem Tumult in der Bottroper Disko „Prisma“ aus einer Gruppe von ca. 40 Randalierern heraus angegriffen, einer der Beamten geschlagen.

Die Polizei ist nicht verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen, wird aber laufend mit ihnen konfrontiert – sinkende Hemmschwellen gegenüber Uniformträgern ist eine.

Übergriffe konsequent verfolgen

Recklinghausens Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen nimmt Attacken gegen Polizisten nicht hin. Schon vor zwei Jahren hatte sie gegenüber dieser Zeitung mit Bezug auf das Thema angekündigt: „Ich werde Übergriffe und Respektlosigkeiten konsequent mit Strafanträgen verfolgen.“

Auch den Angriffen in der Bottroper Disko folgten Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Polizeibeamte und Sachbeschädigung. Ohnehin landen im Polizeipräsidium Recklinghausen alle Widerstandsdelikte in der täglichen Lagebesprechung auf dem Tisch. Unabhängig von Strafanträgen betroffener Polizisten prüft die Behörde, ob sie auch selbst Strafantrag stellt. Wohl wissend, dass nicht jeder Strafantrag auch in eine Verurteilung mündet.

„Jeder Vorfall wird nachbereitet“, erläuterte Michael Franz von der Pressestelle der Recklinghäuser Polizei. „Ziel ist, daraus für künftige Einsätze zu lernen.“ Heißt: Einsatztaktik und Eigenschutz der Polizeibeamten kontinuierlich zu verbessern.

Klar ist allen Beteiligten indes auch, dass von Polizisten längst nicht alles gemeldet wird, was einen Straftatbestand erfüllt – über Beleidigungen und Verbalattacken wird in der Kriminalstatistik nicht Buch geführt.

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