Überraschender Belastungszeuge

Angeklagter soll Sexualstraftäter den "Audi-Mord" gestanden haben

DORTMUND - Im Prozess um die Ermordung eines Autoverkäufers am Stadtrand von Lütgendortmund ist einer der Angeklagten schwer belastet worden. Der 33-Jährige soll angeblich einem Mithäftling gegenüber den "Audi-Mord" gestanden haben. Doch der Belastungszeuge steht selbst vor Gericht - in einem Fall, der auch Schlagzeilen gemacht hat.

Heute Zeuge in Bochum, ansonsten selbst Angeklagter in Dortmund: Bei dem Zeugen, der am Dienstag von zwei Wachtmeistern in den Schwurgerichtssaal im Bochumer Landgericht geführt wurde, handelt es sich um einen Dortmunder, dessen eigener Prozess wegen sexueller Nötigung zurzeit parallel vor dem Dortmunder Landgericht verhandelt wird.

Der 42-Jährige soll bei der DFB-Pokalfeier im Mai eine Frau am Dortmunder Friedensplatz in sein Auto gelockt haben. Dort soll er das Opfer während der anschließenden Autofahrt sexuell gedemütigt haben. Dem mutmaßlichen Wiederholungstäter droht in seinem Prozess bei einer Verurteilung die Verhängung der gefürchteten Sicherungsverwahrung.

"Ich komme mir verarscht vor. Das ist doch alles lächerlich."

Was Marcus F. als Zeuge aus seiner Gefängniszeit mit dem 33-jährigen Angeklagten im "Audi-Mordprozess" zu berichten hatte, entlockte diesem am Dienstag anschließend den spöttischen Kommentar: "Ich komme mir verarscht vor. Das ist doch alles lächerlich."

Der Zeuge hatte zuvor behauptet, der Angeklagte habe ihm im Sommer während der gemeinsamen Haftzeit in Raum "204" des Dortmunder Gefängnisses an der Hamburger Straße den Mord an dem russischen Autoverkäufer gestanden und sogar erzählt, er hätte eigentlich vorgehabt, auch seinen eigentlich unschuldigen Mittäter, einen 30-jährigen Lütgendortmunder, umzubringen.

"Er hat mir erzählt, dass er dem Autoverkäufer von hinten an den Hals gesprungen ist und ihn in den Schwitzkasten genommen hat", so Marcus F.. Danach habe der Angeklagte mit einem Hammer auf den am Boden liegenden Mann eingeschlagen. "Danach wäre dann Ruhe gewesen", berichtete der der mutmaßliche Sex-Täter als Zeuge über das Gespräch mit dem ehemaligen Mithäftling.

Angeklagte sollen Audi-Verkäufer erschlagen und verscharrt haben

Das Bochumer Schwurgericht verhandelt seit Monaten gegen zwei Angeklagte (33/30) aus Bochum und Dortmund, die im Januar den Besitzer eines blauen Audi R8 bei einer Probefahrt erstickt und erschlagen sowie danach im Wald verscharrt zu haben haben sollen. Beide Angeklagte schieben im Prozess die Hauptschuld auf den jeweils anderen.

Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat dagegen als gemeinschaftlichen Mord und hat zweimal lebenslange Haft beantragt. Voraussichtlicher Urteilstermin: 9. Januar.

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