Umsonst-und-Draußen-Reihe

Der Sommer am U wird sonniger - das sind die Geheimtipps des Veranstalters

Das Gelände rund um den U-Turm ist oft tot und menschenleer. Der "Sommer am U" ändert das ab 1. Juni wieder. Bei sechsten Ausgabe der Umsonst-und-Draußen-Reihe gibt es eine große Änderung.

Die Sommer am U sind seit einigen Jahren eine abwechslungsreiche Sache. Dafür sorgt die gleichnamige Gratis-Reihe. Rund um sie hat sich über die Jahre eine treue Fangemeinde gebildet. Häufig geht es bei den Veranstaltungen - meist sind es Konzerte - des "Sommers am U" entspannt zu: Man trifft sich bei einem Kaltgetränk mit Freunden im Schatten des U-Turms, quatscht ein bisschen oder schaut sich das Treiben auf der kleinen Bühne an, die aus einem umgebauten Schiffscontainer besteht.

"Es ist eine Art dreimonatiges Nachbarschaftsfest", findet Nadine Hanemann vom U-Turm-Marketing. Die Veranstaltungsreihe sei auch wichtig für das Museum selbst. Das werde oft als totes Gebäude, als relativ kühl wahrgenommen. "Das hat sich auch durch den Sommer am U geändert."

40 Veranstaltungen bis 29. August

Am 1. Juni startet nun die sechste Auflage des "Sommers am U": Bis zum 29. August gibt es mehrmals die Woche Konzerte, Poetry-Slams, Lesungen oder auch mal eine Vinylversteigerung, 40 Veranstaltungen sind es insgesamt, alle sind gratis (das ganze Programm gibt es hier).

"Es ist viel Subkultur dabei." So beschreibt Marc Röbbecke von der Agentur Heimatdesign das Programm, das er mit zusammengestellt hat. Es werden viele Dortmunder Bands auftreten.

Geheimtipps: Folkfestival und Plattenvernichtung

Wenn man Röbbecke fragt, was er empfehlen würde, nennt er das zweitägige Ruhrfolkfestival (15./16. Juni): "Das ist echt ein schönes Programm", sagt er, mit lokalen, aber auch internationalen Musikern.

Er persönlich freut sich aber auch auf die etwas abseitigeren Veranstaltungen wie "Wonne oder Tonne" (4.8.). Dort werden von Besuchern mitgebrachte Platten versteigert. Findet sich kein Käufer, werden die Vinyls publikumswirksam geschreddert. Und auch die Poetry-Slams (7.6./16.8.) würden sich immer lohnen, da kämen auch schonmal 400 bis 500 Besucher.

Umzug auf den Schulhof des Robert-Schuman-Berufkollegs

Erstmals seit seinem Bestehen ändert der "Sommer am U" seinen Standort: Statt vor dem Haupteingang des Museums, der Leonie-Reygers-Terrasse, steht die Bühne nun ein paar Meter weiter vor der großen Freitreppe auf dem Schulhof des Robert-Schuman-Berufskolleg, direkt an der Nordseite des U-Turms. Der ursprüngliche Platz ist nach wie vor belegt durch den Pavillion, in dem Museums-Shop der inzwischen zuende gegangenen Pink-Floyd-Ausstellung untergebracht war.

Der Umzug hat zwei große Konsequenzen für den "Sommer am U": Zum einen fallen die temporären, verwinkelten Tribünen weg, auf denen es sich die Besucher in den Jahren zuvor gemütlich machten. Diese Funktion übernehmen jetzt die steinernen Stufen der großen Freitreppe.

Zum anderen wird der "Sommer am U" durch den Umzug sonniger. Bisher verschwand die Sonne abends früh hinter dem massigen U-Turm. Und da oft der Wind zwischen dem U und dem Thyssengas-Hochhaus hindurch pfeift, wurde es schnell recht kühl. Der neue Standort hat nun aber freien Himmel gen Westen. "Wir wollten in Richtung Sonne", sagt Mitorganisator Marc Röbbecke. "Wenn zu heiß sein sollte, werden wir wohl Schirme aufstellen."

Trap-Beats aus Marseille und Rock aus Dortmund zur Eröffnung

Zur Eröffnung am Samstag (1. Juni) wird das vielleicht schon nötig sein: Die Wettervorhersage ist sommerlich. Das so genannte "Grand Opening" startet um 14 Uhr, zu hören gibt es unter anderem Jazz von der Projektband des Dortmunder Vereins "Pro Jazz", Grunge, Folk und elektronischen Trap-Beats aus Marseille. Um 20 Uhr wird es poetisch beim Poetry Slam mit "Christofer mit f". Top Act des Abends ist die Dortmunder Band Aniyo Kore, die ab 21 Uhr spielt.

Generell wird das U-Areal an diesem Wochenende brummen, dank des Burger-Festivals zum Westentor hin und des Familien-Sonntags. Ein gutes Wochenende im Kampf gegen das Image des toten U-Turms.

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