Umstufung des Landes

Stadt Dortmund fürchtet um Investoren für Wohnungsbau

Dortmund - Den sozialen Wohnungsbau anzukurbeln, ist ein wichtiges Anliegen der Stadt Dortmund. Doch Verwaltung und Politik fürchten, dass der Elan der Investoren dabei ausgerechnet durch die Wohnungsbau-Förderung des Landes gebremst wird.

Genauer gesagt: Es besteht die Sorge, beim Buhlen um regionale Investoren gegenüber der Stadt Essen ins Hintertreffen zu geraten. Denn nach den Plänen des Landes soll Essen bei der Wohnraumförderung künftig anders eingestuft werden als Dortmund.

Verwaltungsspitze fürchtet Konsequenzen

Die Folgen: In Essen könnten Investoren künftig bei öffentlich gefördertem Wohnungsbau mit einer Quadratmeter-Miete von 6,20 Euro kalkulieren - in Dortmund bleibt es beim "Höchstpreis" von 5,55 Euro. Auch die Fördersumme pro Quadratmeter läge in der Nachbarstadt mit 1850 Euro um 170 Euro höher als in Dortmund. Der Tilgungsnachlass betrüge 25 statt 15 Prozent.

Für Dortmund hätte das "fatale Konsequenzen", wie die Verwaltungsspitze gegenüber dem NRW-Bauministerium deutlich macht. "Die Ausgangsperspektiven sind mit Blick auf steigende Bevölkerungszahlen und hoher Nachfrage nach preiswertem Wohnraum gleich. Deshalb können wir die unterschiedliche Einstufung nicht nachvollziehen", erklärt Planungsdezernent Ludger Wilde gegenüber unserer Zeitung. Dortmund drängt darauf, ebenso wie Essen in die Mieten- und Bedarfsstufe 4 "versetzt" zu werden.

Politik ist alarmiert

Das Land verweist auf die Analysen eines externen Gutachters, die Grundlage für die Einstufung sind. Danach wurde in Essen ein höheres Preisniveau bei Mieten und Grundstückskosten festgestellt. "Die Marktbedingungen in Essen und Dortmund sind insofern gerade nicht identisch", erklärte Ministeriumssprecher Robert Vornholt auf Anfrage. Dortmund wiederum hält die Daten, auf die sich die Gutachter stützen, für veraltet, weil sie aus den Jahren 2014 und 2015 stammen.

Auch die Politik ist alarmiert. Die Änderung des Wohnraumförderprogrammes würde "massive Nachteile für Dortmund mit sich bringen", fürchtet man bei der SPD. Sie will die Sorgen im Februar zum Thema im Rat machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Verdacht bestätigt: 33-Jährige wurde vor dem Brand in Datteln erstickt
Verdacht bestätigt: 33-Jährige wurde vor dem Brand in Datteln erstickt
Nächster Brücken-Tiefschlag: Sogar eine Freigabe in 2019 steht jetzt infrage
Nächster Brücken-Tiefschlag: Sogar eine Freigabe in 2019 steht jetzt infrage
Salutieren per Militärgruß - betroffener Vest-Verein nimmt Stellung: "Eine Aktion, die..."
Salutieren per Militärgruß - betroffener Vest-Verein nimmt Stellung: "Eine Aktion, die..."
Polizei erstattet nach türkischer Kundgebung Strafanzeige
Polizei erstattet nach türkischer Kundgebung Strafanzeige
"RE leuchtet": Verfolgen Sie den Vorlese-Rekordversuch im Live-Stream
"RE leuchtet": Verfolgen Sie den Vorlese-Rekordversuch im Live-Stream

Kommentare