Unfälle zwischen Lkw und Radfahrern

Abbiegende Lkw werden zur tödlichen Falle

Dortmund - Zwei getötete Radfahrer innerhalb von elf Wochen in der Dortmunder Nordstadt, nachdem Lkw-Fahrer auf Hauptstraßen rechts abgebogen sind: Die Unfälle ereigneten sich in Situationen, mit denen Radfahrer ständig rechnen müssen. Sie sind keine Einzelfälle.

Drei schwere Verkehrsunfälle mit Lkw führen das hohe Risiko für Radfahrer in der Nordstadt vor Augen:

Die Gefahr, dass ein Radfahrer von einem nach rechts abbiegenden Lkw oder Pkw erfasst werde, sei in Dortmund "stets vorhanden", sagt Werner Blanke vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Erfahrene Radfahrer würden diese Situationen kennen.

"Solche tödlichen Unfälle sind vermeidbar"

Unfälle wie diese seien vermeidbar, wenn Autofahrer - wie in der Fahrschule gelernt und in der Fahrprüfung verlangt - den Schulterblick anwenden würden und wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Rechtsabbieger-Assistenzsysteme in allen Lkw eine Pflicht wären, sagte Werner Blanke. Nicht nur in neuen Lkw, sondern als Nachrüstung in allen Zugmaschinen.

Der ADFC verweist zusätzlich auf eine Innovation aus Husum in Norddeutschland: Eine Blitzlichtanlage warnt an gefährlichen Kreuzungen die Auto- und Lkw-Fahrer mit optischen Signalen, wenn sich in deren toten Winkeln Fußgänger oder Radfahrer bewegen. Entwickler Martin Budde spricht von einer Zuverlässigkeit von "100 Prozent". Sensoren gleichen die aktuelle Verkehrslage permanent mit einem Referenzbild ab und erfassen Bewegungen mit Sensoren, die auf Wärme reagieren.

Radfahrer fährt so, als würden Autofahrer ihn nicht sehen

Dass immer mehr Radfahrer unterwegs sind, ist umweltpolitisch erwünscht, da Dortmund auf ein Abgas-Problem reagieren muss. "Das Fahrrad gewinnt an Bedeutung", erkennt Peter Pecht, Geschäftsführer im Fachgeschäft "Das Rad" am Brüderweg. "Selbst in den kalten Monaten sehe ich immer mehr Radfahrer", stellt er fest. Der 57-Jährige, der in Dortmund knapp 4000 Kilometer pro Jahr zurücklegt, hat eine Überlebensstrategie entwickelt: "Ich fahre grundsätzlich so, als würden Auto- und Lkw-Fahrer mich nicht sehen."

Laut Polizeisprecherin Cornelia Weigandt habe die Polizei mit der Stadt in der kommunalen Unfallkommission über den tödlichen Verkehrsunfall im November auf der Mallinckrodtstraße beraten. Die Kreuzung selbst sei "nicht auffällig", sagt die Polizeisprecherin. Was nicht bedeute, dass es dort nichts zu optimieren gäbe. Für Aussagen über die Ursache zum aktuellen tödlichen Unfall auf der Bornstraße sei es noch zu früh.

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