Unterlassungsklage

Richterin lässt durchblicken: Cabdo darf seinen Namen wohl behalten

Die Vermittlungsplattform für Autofahrten "Cabdo" muss wohl nicht ihren Namen ändern. Die Taxigenossenschaft zog am Freitag gegen den Konkurrenten vor das Landgericht. Scheinbar ohne Erfolg.

Seit Wladislaw Tepliakov im vergangenen Jahr seine Vermittlungsplattform an den Start gebracht hat, weht ihm heftiger Gegenwind ins Gesicht. Die Genossenschaft Taxi Dortmund eG ist sauer. Tepliakov besitzt nämlich keine der begehrten Taxilizenzen. Letztlich ist das, was er anbietet, aber nur schwer von einer Taxizentrale zu unterscheiden.

Cabdo startete in 2017

Per App meldet der Fahrgast seinen Fahrtwunsch an. Innerhalb von wenigen Minuten bekommt er "sein" Auto samt Fahrer vermittelt. Und der bringt ihn für einen zuvor bestimmten Festpreis ans Ziel. Ein Taxameter läuft bei Cabdo-Fahrten nicht mit. Die schwarzen Limousinen dürfen auch keine "Laufkundschaft" vom Straßenrand mitnehmen oder an Taxiständen auf Fahrgäste warten.

Dieter Zillmann ist seit 45 Jahren Vorsitzender der Taxigenossenschaft. Der neue Konkurrenzdienst stört ihn sehr. "Der nimmt meine Fahrer, die wir geschult haben, und setzt sie in seinem Betrieb ein", beschwerte er sich am Freitag vor Gericht. Ziel seiner Klage war es, dem Cabdo-Gründer den Namen seiner Plattform verbieten zu lassen. Begründung: Es bestehe eine erhebliche Verwechslungsgefahr mit einem klassischen und konzessionierten Taxibetrieb.

Verwechslungsgefahr? Richterin: "Mir reicht das nicht"

"Cab" ist ein englischer Begriff und bedeutet übersetzt "Taxi". Und das "Do" ist nach Ansicht des Genossenschaftsvorsitzenden ja wohl als Abkürzung für Dortmund zu verstehen. "So steht es ja auch auf jedem Autokennzeichen in unserer Stadt", sagte Zillmann.

Die Richterin konnte er aber offensichtlich nicht überzeugen. "Mir reicht das nicht", sagte sie. Immerhin räumte die Juristin jedoch ein: "Das ist ein Grenzfall. Gut möglich, dass andere Richter in diesem Fall schon eine Verwechslungsgefahr annehmen würden."

Urteil bis Jahresende

Alle Versuche, Wladislaw Tepliakov zu überreden, freiwillig auf die Bezeichnung Cabdo zu verzichten, schlugen am Freitag fehl. Die Genossenschaft wäre wahrscheinlich sogar bereit gewesen, die Schreibweise "Kabdo" zu akzeptieren, doch auch das war mit dem Firmengründer nicht zu machen.

So wird es noch vor Ende des Jahres ein Urteil des Landgerichts geben. Und ziemlich sicher wird die Taxigenossenschaft dagegen vor das Oberlandesgericht Hamm ziehen.

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