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Zwei Software-Entwickler und eine Geschäftfrau bilden das Leitungsteam von „5Minds“: Nicole Jones, Björn Röber und Martin Möllenbeck (v.l.) bei der Arbeit am Jamboard.

Unternehmenspreis: "5Minds"

Programmierung ohne "Chinesisch"

Gelsenkirchen - Computer-Freaks und Geschäftsleute zusammenbringen und gemeinsam aus einer Geschäftsidee ein florierendes Unternehmen machen: Das ist der Gelsenkirchener Firma „5Minds IT-Solutions“ gelungen. Die Software-Spezialisten gehören zu den Nominierten für den diesjährigen Vestischen Unternehmenspreis.

Hinter der Bürofassade in der Innenstadt von Gelsenkirchen-Buer verbirgt sich eine Ideenschmiede, die sich gerade auf steilem Expansionskurs befindet. Hier wird alles digitalisiert, was geht, sowohl im Auftrag der Kunden als auch im eigenen Betriebsmanagement.

„Als ich 2015 in die Geschäftsleitung eingestiegen bin, habe ich nach Aktenordnern und Papier gesucht. ‚Das vergessen wir am besten sofort‘, hörte ich von Martin Möllenbeck und Björn Röber“, berichtet Nicole Jones, die zusammen mit den beiden verbliebenen Gründern heute die Geschäftsleitung von „5Minds“ bildet. Die ehemalige Bankerin half mit, aus der Tüftlerschmiede ein funktionierendes Geschäftsmodell zu machen. Das Unternehmen bietet seinen Kunden Softwarelösungen an, die passgenau und nachhaltig eingesetzt werden. „Die Vision ist: Unsere Kunden sollen die Software nie mehr wegwerfen müssen. Sie entwickelt sich mit ihren Bedürfnissen und ihren Anforderungen“, so Nicole Jones. Software-Entwicklung, Prozessmanagement und Projektmanagement sind die drei Säulen des Unternehmens.

Gegründet wurde „5Minds“ 2009 in Oberhausen – von fünf Leuten, deshalb der Name „5Minds“. 2015 erfolgte der Umzug nach Gelsenkirchen. Heute beschäftigt „5Minds“ 58 Mitarbeiter auf 1000 Quadratmetern Bürofläche, Tendenz steigend. „Bis Ende 2019 sollen es 75 sein“, so Martin Möllenbeck.

Der Umsatz hat sich rasant entwickelt. Waren es im Gründungsjahr gerade einmal 280.000 Euro, so wies das Betriebsergebnis 2018 die Summe von 4,5 Millionen Euro Umsatz aus. „2019 wollen wir mit 6 Millionen abschließen“, sagt Nicole Jones.

2017 wurde eine „Process-Engine“ entwickelt, die Digitalisierungsprozesse nahezu revolutioniert. Seit 2018 ist sie im Einsatz. Kunden erhalten individuelle Softwarelösungen, deren Programmierung „5Minds“ für sie lesbar gemacht hat. „Sie ist grafisch aufgebaut und sieht nicht mehr aus wie eine Seite aus einer chinesischen Zeitung“, erklärt Björn Röber.

Für jeden Mitarbeiter zwei Massagen

„Wir digitalisieren gemeinsam mit den Kunden die Arbeitswelt von morgen“, lautet die Mission des Gelsenkirchener Unternehmens, die es auch im eigenen Haus umgesetzt hat. „Außer einem Aktenschrank mit Personalakten finden Sie hier keine Schränke mehr“, so Nicole Jones. Zu den Kunden von „5Minds“ gehören die DTM, die Bayer AG, die Steag oder der Zahlungsvermittler BS Payone.

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, braucht es qualifizierte Mitarbeiter. Die zu finden und ans Unternehmen zu binden, wird immer schwieriger. „5Minds“ tut deshalb viel für den Wohlfühlfaktor der Mitarbeiter. Eine Masseurin gehört zum Team, jeder erhält zwei Mal pro Woche eine Massage. E-Bikes können geleast werden, Fort- und Weiterbildungen werden unterstützt. Es gibt eine eigene Kreditkarte und Events für die Mitarbeiter und ihre Familien. Flache Hierarchien gehören zur Unternehmenskultur. „Denn trotz aller Digitalisierungsprozesse“, so Nicole Jones: „Menschen sind der Schlüssel zum Erfolg“.

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