Urteil rechtskräftig

Betrug: Bewährungstrafe für Dortmunder Polizisten

Dortmund - Ein Dortmunder Polizist hat am Montag die Berufung gegen seine Verurteilung zurückgezogen. Im Februar hatte das Amtsgericht wegen Betruges zehn Monate Haft auf Bewährung verhängt.

Ein 47-jähriger Polizist aus Dortmund nahm am Montag seine Verurteilung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung an und ließ von seinem Einspruch ab. Vor dem Landgericht wurde ihm unter anderem Betrug vorgeworfen.

Dieser war aufgeflogen, als die eigenen Kollegen im Jahr 2013 gegen den Beamten wegen Drogenbesitzes ermittelten. Und tatsächlich: Wie sich herausstellte, war der Angeklagte Stammkunde bei einem Kokaindealer aus der östlichen Innenstadt. Über eine Freundin sei er an die Drogen gekommen, gab der Polizist später zu.

Rund 600 Euro monatlich zu viel

Als die Ermittler damals die komplette Akte des Dortmunders durchleuchteten, stellten sie fest, dass es offenbar einen Fehler in der Abrechnungsstelle gegeben, der Angeklagte diesen aber niemals seinem Dienstherrn gemeldet hatte.

Seit 2010 habe der Polizist seine Wochenarbeitszeit reduziert, um sich besser um seine kleine Tochter kümmern zu können. Ab 2012 hatte er dann aber wieder die vollen Bezüge überwiesen bekommen. Monatlich flossen so etwa 600 Euro zu viel auf sein Konto. Eine "Schnittstellenproblematik" nannte das später die Behörde.

In die Verurteilung ist außerdem ein Fall der Unterschlagung eingeflossen. Der Polizist hatte einem befreundeten Security-Mitarbeiter seine Dienstweste überlassen und sich stattdessen selbst eine teurere und bessere gekauft. Weil die alte Weste jedoch nicht ihm, sondern dem Land NRW gehörte, machte sich der Beamte auch damit strafbar.

Chance auf Wiedereinstieg in den Job besteht

Seit den Ermittlungen 2013 ist der Dortmunder vom Dienst suspendiert. Wie es beruflich mit ihm weitergeht, weiß er nicht. Erst ab einer Haftstrafe von einem Jahr wird ein Beamter zwingend aus dem Dienst entfernt.

Das jetzige Urteil lässt dem 47-Jährigen also noch die Chance, die Behörde im Laufe eines Disziplinarverfahrens von seiner Diensttauglichkeit zu überzeugen.

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