Valsartan

Nach Rückruf des Blutdrucksenkers Valsartan droht ein Lieferengpass

Dorsten - Der EU-weite Rückruft des Blutdrucksenkers Valsartan verunsichert auch Patienten in Dorsten. Örtliche Apotheker befürchten einen Engpass und raten zum Wechsel zu anderen Arzneimitteln.

Seit dem 4. Juli läuft ein EU-weiter Rückruf valsartanhaltiger Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck. Betroffen sind Chargen, deren Wirkstoff von dem chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharaceutical produziert wurde. Grund des Rückrufs ist eine Verunreinigung des Wirkstoffs mit N-Nitrosodimethylamin - ein Stoff, der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich krebseregend eingestuft wird.

Die Rückrufwelle verunsichert auch Patienten in Dorsten. "Im Moment bekommen wir viele Anfragen", sagt die Pharmazeutisch-teschnische Assistentin der Alten Markt Apotheke, Heike Zikoll. "Die Leute wollen wissen, ob sie ihre Medikamente weiterhin nehmen dürfen."

Nicht betroffene Chargen sind inzwischen bekannt

Hintergründe des Rückrufs und Informationen zu den konkret betroffenen Chargen wurden nur sehr langsam bekannt. Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Freitag mitteilte, sei inzwischen bekannt, welche valsartanhaltigen Arzneimittel nicht vom Rückruf betroffen sind. Das BfArM empfiehlt, dass Patienten auf ein solches Medikament umgestellt werden.

Eine fortlaufend aktualisierte Übersicht der betroffenen Chargen gibt es auf der Website der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Inzwischen gebe es aber nur noch wenige Chargen, die nicht betroffen seien, sagt Heike Zikoll. "Das wird sicherlich noch einen Engpass geben." Vereinzelt sei es schon zu Lieferstopps gekommen. Auf keinen Fall sollten Patienten das Medikament eigenmächtig absetzen.

Jetzt sind die Ärzte gefragt

Auch in der Marien-Apotheke haben zuletzt viele Patienten betroffene Arzneimittel zurückgegeben. "Wir tauschen das aus und versuchen, die Verluste von den Herstellern wiederzukriegen", sagt Inhaber Christoph Häußler. "Das Problem ist, dass der Markt wohl leergefegt ist. Die, die noch liefern dürfen, haben ihre Lager schon geräumt."

Nun seien die Medizinmänner gefragt, sagt Häußler. Im Endeffekt sei Valsartan betroffen - eine Stoffklasse, die sich nahezu eins zu eins austauschen lasse. "Es gibt andere Stoffe mit gleichem Wirkungsprofil. Die darf ich aber nicht einfach so rausgeben." Es müsse immer erst wieder ein Arzt dazwischen geschaltet werden, der ein gleichwertiges Medikament verschreibt. Die Knappheit valsartanhaltiger Arzeimittel dürfte die Gesundheit laut Häußler nicht gefährden, weil es genug andere Stoffe gebe.

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