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Lisa und Marcel Renz vom Cirkus Max Renz verkaufen auf der Artvent leuchtende Luftballons. Natalie Utgenannt von der Agentur KAD ist mit dem Erfolg der Ausstellung zufrieden (v.l.).

Verändertes Konzept

Artvent-Ausstellung lockt Besucher in die Schwarzkaue

HERTEN-SÜD - Die Verkaufsausstellung Artvent ist umgezogen: Statt im Hertener Schloss bauten die 35 Händler, die 2018 dabei waren, ihre Stände in der Schwarzkaue der Zeche Ewald auf.

Damit erhielt die Ausstellung ein völlig neues Flair, was freilich nicht nur am Veranstaltungsort lag. Ihr Schöpfer, der mittlerweile verstorbene Guido Röcken, hatte die Artvent als eine besondere Ausstellung mit exklusivem Kunsthandwerk und hochklassigen Unikaten konzipiert. Wer kommen wollte, musste Eintritt zahlen. Von diesem Konzept ist nicht viel übrig.

Am dritten Adventswochenende fanden die Leute ein durchwachsenes Angebot, auf welches das Attribut „exklusiv“ nur sehr bedingt zutraf. Das tat aber dem Andrang und der Begeisterung vieler Besucher keinen Abbruch. Sie wandelten, wo sich einst Bergleute umkleideten, zwischen Bildern und Duschgel, Glasschalen, Hundekuchen, Schmuck und gehäkelten Teelichthaltern.

"Tolle, günstige Sachen!"

Die Eheleute Sperling aus Gelsenkirchen trugen zufrieden eine liebevoll dekorierte Wurzel zum Aufhängen mit nach Hause. „15 Euro – dafür kann man die selbst nicht machen“, sagte Klaus Sperling. Die Freundinnen Barbara Schmidt und Marlis Wehmeier waren hellauf begeistert: „Hier ist es zwar kalt aber viel schöner und größer.“ Ihre Taschen waren voller Basteleien: Engel – mal aus Holz, mal aus leeren Kaffeekapseln, Kugeln aus Bucheckern, auf denen gehäkelte Weihnachtsmänner thronen und mehr. „Tolle, günstige Sachen! Und wenn die einer kitschig findet, ist uns das auch egal.“ Ute Jürgens aus Marl sah das völlig anders: „Ich finde die Räumlichkeiten gar nicht passend. Es ist saukalt und Hochwertiges findet man nur vereinzelt. Das ist nicht mehr die Artvent von früher.“

Tenor der Händler unterschiedlich

Auch bei den Händlern war der Tenor nicht einheitlich – abgesehen davon, dass alle froren. Heike Krüger bot selbst entworfene Mode an. „Ich liebe die alten Zechen, denke aber, im Winter ist das Schloss besser geeignet.“ Andrea Holthausen-Schmitz verkaufte selbst kreierten Schmuck aus Perlen. Sie war zum vierten Mal bei der Artvent, und das Geschäft ging gut. „Das Ambiente passt, hier ist mehr Platz. Gut ist auch, dass die Leute keinen Eintritt zahlen müssen.“

Kleiner Essbuden-Markt

Den kleinen Markt mit Essbuden vor der Tür nutzen viele Besucher, um sich an brennenden Ölfässern, bei Glühwein, Bratwurst und Waffeln aufzuwärmen. Tanja Kramer von der Agentur KAD, die die Artvent im vierten Jahr veranstaltet, war mit dem Andrang sehr zufrieden. Am Veranstaltungsort will sie festhalten. Ihr Versprechen: „Wir versuchen, dass es nächstes Jahr wärmer ist.“

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