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Das Foto zeigt das Feuer auf der Reitanlage Oemchen, als es an Karsamstag bereits einige Zeit brannte.

Veranstaltung in Großholthausen

Brennende Kaninchen kriechen aus dem Osterfeuer

DORTMUND - Es muss ein schlimmer Anblick gewesen sein: Bei einem Osterfeuer im Dortmunder Stadtteil Großholthausen sind am Karsamstag zwei brennende Kaninchen aus dem Holzhaufen gekrochen. Auch Kinder sollen das mitbekommen haben.

Zwei "brennende und vor Schmerzen schreiende Kaninchen" krochen "zum elenden Krepieren" aus dem Feuer zwischen die Zuschauer: So schildert Dr. Thomas Hein aus Löttringhausen den Vorfall, der sich an Karsamstag auf dem Hof Oehmchen in Großholthausen abgespielt haben soll.

Kinder bekamen den Vorfall mit

Hein besuchte mit seiner Frau das Osterfeuer - wohl zum letzten Mal. "Da gehen wir nicht mehr hin", sagt er. Kein Mensch habe sich um die brennenden Tiere gekümmert; die Leute hätten mit Bier und Bratwurst in der Hand einfach weiter aufs Feuer geschaut. Auch Kinder hätten das Ganze mitbekommen.

Heins Vorwurf an die Veranstalter: Der Holzhaufen sei - entgegen der Vorgaben des städtischen Umweltamtes - vor dem Anzünden nicht umgeschichtet worden.

Veranstalter des Osterfeuers auf der Reitanlage Oehmchen waren die CDU-Ortsunion Löttringhausen, die Reiter-Gemeinschaft Oehmchen, die evangelische Philippus-Gemeinde und Freiwillige Feuerwehr Hombruch.

"Wir haben das Holz umgeschichtet"

Frank Oehmchen, Betreiber der Reitanlage, sagte am Dienstag auf Anfrage nur, dass er von der Sache "keine Kenntnis" habe: "Ich war auch nicht den ganzen Abend dabei."

Bernd Dumont, Vorsitzender der CDU Löttringhausen, war hingegen vor Ort und bestätigt den Vorfall: "Selber gesehen habe ich es nicht - mir ist aber davon berichtet worden." Auch Dr. Karsten Schneider, Pfarrer der Philippus-Kirchengemeinde, bestätigt, dass es einen Vorfall gab. Ihm habe eine Zeugin allerdings nur von einem brennenden Kaninchen erzählt.

Oehmchen sagt, dass er den Holzhaufen zwei bis drei Stunden vor Beginn des Feuers - 18 Uhr - mit einem Traktor umgeschichtet habe. Ein Foto Dumonts zeigt den Traktor neben dem Holzhaufen.

Umweltamt wurde bereits informiert

Demnach wären die beiden Kaninchen, die Thomas Hein später brennend gesehen hat, wohl nach dem Umschichten in den Holzhaufen gekrochen. "Das ist natürlich absolut schlimm", sagt Dumont, "aber wie will man das verhindern?"

Pfarrer Schneider sagt, er sei "schockiert" davon gewesen, dass dort ein Tier umgekommen ist. Er sagt jedoch auch: "Das wird sich leider nie vermeiden lassen, wenn sich dort kurzfristig ein Tier vom Feld hineinflüchtet."

Teilnehmer des Osterfeuers haben den Vorfall dem Umweltamt der Stadt Dortmund gemeldet. "Uns wurde von ein oder zwei brennenden Tieren berichtet. Ob Hasen oder Kaninchen wissen wir nicht genau", sagt Stadtsprecher Frank Bußmann. Das lege die Vermutung nahe, dass das Brennmaterial vor dem Anzünden nicht richtig umgeschichtet wurde. Der Vorgang müsse aber erst noch geklärt werden.

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