Verhütungsmethode Eierklau?

Kanada- und Nilgänse sind weiterhin ein Problem

Dortmund - Kanada- und Nilgänse sind seit einigen Jahren in Dortmund ein Problem. Erneut wird jetzt überlegt, wie die Anzahl der Tiere verringert werden kann. Bei einer Option ist die Frage, ob diese wirklich legal ist.

Wie viele Kanada- und Nilgänse es in Dortmund gibt, darüber herrscht Uneinigkeit. Schätzungen gehen von 500 bis 1000 Tieren aus, die im Stadtgebiet leben. Besonders betroffen sind der Phoenix-See, der Romberg- und der Westfalenpark, hier sehen die Tiere nicht nur hübsch aus, sie sorgen auch für Probleme. Der Bestand der Wildgänse soll eingedämmt werden, die Frage, die jetzt einmal mehr im Raum steht, ist, wie das geschehen kann.

Es gab seit dem Auftauchen der Tiere im Jahr 2011 schon verschiedene Ideen zu der Frage, wie sich die Populationen eindämmen lassen könnten. Einige wurden verworfen, etwa die, einen Falkner mit einem Seeadler einzusetzen. Der Adler würde die Gänse wohl vertreiben, allerdings passen auch kleine Hunde in das Beuteschema eines Adlers.

Tierschutz-Eskalationen vermeiden

Im vergangenen Spätsommer begannen dann Jäger, Kanadagänse - dummerweise auch einige zahme Tiere - zu schießen. Es hagelte Kritik, sogar Morddrohungen sollen in der Folge ausgesprochen worden sein.

Derartige Eskalationen sollen vermieden werden, doch ein Anwachsen der Gänsepopulationen ebenfalls: Der Gänsekot stört einerseits auf den Wegen und Wiesen. Andererseits belastet der Kot die Gewässer, das ist ein ökologisches Problem. Und wer meint, dass so ein Gänsehaufen so wild nicht sein kann, mag nicht unrecht haben - doch eine ausgewachsene Gans macht bis zu 170 Haufen am Tag.

Noch keine Entscheidung getroffen

Und an dem kleinen See im Rombergpark ist durch die Gänsepopulation das Ufer abgesackt. Auch das will man vermeiden. Gleichzeitig fressen die Tiere wichtige Algen, die zum Beispiel das Wasser am Phoenix-See rein halten sollen. Und wohlmeinende Tierfreunde sorgen mit Fütterungen ebenfalls dafür, dass es den Gewässern nicht besser geht.

Am Montag traf sich ein interner Arbeitskreis, Mitglieder der Stadtverwaltung etwa sind dabei, Vertreter des Zoos, des Tierschutzvereins und auch der Unteren Jagdbehörde.

Tatsächliche Entscheidungen wurden noch nicht getroffen, es scheint aber zwei Wege zu geben, mit denen man die Gänsepopulationen eindämmen will. Der erste ist, die Ufervegetation zu verändern, um es den Gänsen weniger angenehm zu machen.

Ist der Eierklau legal?

Der zweite Weg sieht vor, den Gänsen ihre Eier aus den Gelegen zu nehmen. Das muss offenbar in den ersten zehn Tagen nach dem Legen der Eier geschehen, um den Gänsen das Brutgeschäft zu vermiesen. Werden die Eier länger liegen gelassen und erst später entnommen, beginnen die Gänse erneut ihr Brutgeschäft - mit neuen Eiern.

Eier waren auch schon in der Vergangenheit aus den Gelegen genommen worden, da ging es aber nur um bis zu 50 Prozent der Nester. Jetzt wird überlegt, ob es legal ist, aus allen Gelegen, die man finden kann, die Eier zu entfernen.

Bald beginnt die Balz

"Das sind Ideen, die seit dem vergangenen Montag in der Diskussion sind", sagt Anke Widow, Sprecherin der Stadt Dortmund. Das alles müsse, so Widow, noch geprüft werden, in vier bis sechs Wochen wisse man mehr, so lange seien das alles "ungelegte Eier".

Das dürfte sich bald ändern: Die Balz der Tiere beginnt im Februar, die ersten Eier, pro Paar vier bis sechs, werden Ende März, Anfang April auftauchen. Die Brutdauer beträgt 28 Tage.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Wie die Waltroper SPD das Ehrenamt in der Stadt stärken will
Wie die Waltroper SPD das Ehrenamt in der Stadt stärken will
Zum Wegwerfen zu schade - warum der Büchermarkt Gutes bewirkt
Zum Wegwerfen zu schade - warum der Büchermarkt Gutes bewirkt
Stimbergstraße ist in zwei Hälften geteilt: Verkehr wird umgeleitet - das ist der Grund dafür
Stimbergstraße ist in zwei Hälften geteilt: Verkehr wird umgeleitet - das ist der Grund dafür
Tor und Vorlage - Sonderlob für Stuckenbuscher Geburtstagskind
Tor und Vorlage - Sonderlob für Stuckenbuscher Geburtstagskind
Schwerer Verkehrsunfall in Castrop-Rauxel: Drei Verletzte
Schwerer Verkehrsunfall in Castrop-Rauxel: Drei Verletzte

Kommentare