Verkehr

Autofahrer bezahlen den Parkschein mit einer App

Dortmund - In einem 12 Monate dauernden Test können Autofahrer den Parkschein an 63 Automaten innerhalb des Walls per App bezahlen. Wer digital kauft, sollte beim "Handyparken" genau rechnen. Für Kontrollen muss das Ordnungsamt öfter telefonieren.

An den 63 Parkschein-Automaten innerhalb des Walls können Autofahrer seit Mittwoch (17.1.) ihren Parkplatz mit einer Smartphone-App bezahlen, wenn sie Münzen nicht verwenden möchten. Dafür müssen sie sich für einen von zurzeit drei Anbietern des Vereins "Smartparking" entscheiden und nach dem Einparken das Ticket online bezahlen. Der von der Stadt erhobene Parkpreis steigt nicht, aber für den digitalen Kauf erheben die Anbieter unterschiedlich hohe Servicegebühren.

Autofahrer sollten bei Parkschein-Apps die Preise vergleichen

Sie schwanken zwischen 18 und 49 Cent und werden automatisch mitbezahlt. Smartparking-Sprecher Philipp Zimmermann rät Verbrauchern, Preise und Angebote der App-Anbieter zu vergleichen. Die App-Anbieter rechnen monatlich mit der Stadt ab. Die Apps der demnächst sieben Anbieter fragen nach Standort, Pkw-Kennzeichen und Dauer der Parkzeit.

Der Kunde klebt eine einmal für immer erworbene Vignette hinter die Windschutzscheibe oder legt eine handschriftlich verfasste Notiz ("Handyparker") aufs Armaturenbrett, damit die Kon-trollteams des Ordnungsamtes den elektronischen Bezahlmodus auf den ersten Blick erkennen können. Der Parkschein-Ausdruck aus dem Automaten hat damit ausgedient.

Für Parkschein-Kontrollen zum Telefon greifen

Für Kontrollen müssen die Ordnungsamts-Mitarbeiter eine Telefonzentrale der Anbieter anrufen, um Pkw-Kennzeichen und Zeiten abgleichen zu können. Nach der Testphase sollen die Monitore der tragbaren "Knöllchenschreibgeräte" die Parkdaten online abrufen können.

Trödelt der Parkscheinbesitzer beim Einkauf oder dauert der Arztbesuch länger, kann die Smartphone-App die Parkzeit verlängern. "Wir probieren das jetzt aus. Die digitale Welt tickt so schnell, dass wir den Service für die Kunden so aktuell wie möglich ausbauen können", sagt Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann.

Dortmund lernte aus Erfahrungen anderer Städte

Den Antrag für das Handyparken hatte Mitte 2016 die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund gestellt. "Dann wurden die Systeme anderer Städte betrachtet. Die Fehler, die dort gemacht wurden, machen wir jetzt nicht mehr", berichtet der Sprecher der SPD-Fraktion im Bauausschuss, Hendrik Berndsen. Ein Vorbild war Köln.

"Smartparking" ist ein Verein und bezeichnet sich als "Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung. Geschäftsführer ist der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Seine Beratungsgesellschaft und seine politischen Kontakte sollten für das System in deutschen Städten die Türen öffnen.

Gute Erfahrungen beim Handyparken in Köln

Nach Startproblemen erfährt der Online-Parkschein seit November 2017 einen Auftrieb. Aktuell nutzen rund 50 Städte das Verfahren. Die Stadt Köln bietet das Bezahlen über das Handy seit 2008 an und mittlerweile an allen Parkscheinautomaten im Stadtgebiet. Pro Jahr nimmt Köln rund 21 Millionen Euro an Parkgebühren ein, davon 2,4 Millionen Euro durch das "Handyparken".

Nützliche Nebeneffekte in Köln sind geringere Kosten durch niedrigeren Entleerungsaufwand der Münzbehälter und kaum noch Automatenaufbrüche. Pressesprecher Jürgen Müllenberg: "Das hat nur Vorteile."

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