Verkehrsbehinderungen auf der K 32

Schon wieder wird eine Brücke zum Problemfall

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Kreis RE - Der Kreis Recklinghausen hat eine weitere Problembrücke: Voraussichtlich noch in dieser Woche wird die Lippebrücke an der K 32 (Buerer Straße) zwischen Dorsten-Hervest und Marl teilweise gesperrt. Die Straße wird an dieser Stelle dann nur noch einspurig zu befahren sein.

Der Verkehr soll mit einer Ampel geregelt werden. Das Bauwerk aus dem Jahr 1925 ist so marode, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Die sollen nach Angaben des Kreises in „zwei bis fünf Jahren“ erfolgen. So lange dauerten die Vorbereitungen, heißt es im Kreishaus. Die K 32 wird von Pendlern benutzt, die aus dem Norden des Kreises RE zum Beispiel zum Marler Chemiepark fahren. Auch führt die Straße mitten durch den interkommunalen Industriepark Dorsten/Marl. Droht dieser Verbindung nun das gleiche Schicksal wie der Lippebrücke in Datteln-Ahsen, die im April dieses Jahres von jetzt auf gleich komplett gesperrt werden musste? Nach der bisherigen Schadensanalyse sei davon in Dorsten nicht auszugehen, sagt Carsten Uhlenbrock, Tiefbauchef der Kreisverwaltung, auf Anfrage. Die Lippebrücke an der K 32 gehört zu den 53 Bauwerken (von 78), bei denen der Kreis mit der Prüfung in Verzug geraten ist (wir berichteten). Der alle sechs Jahre vorgeschriebene intensive Brücken-Check fand an diesem Standort zuletzt im Februar 2011 statt. Damals erhielt das Bauwerk auf einer Skala von eins bis vier die Benotung 2,9 („noch ausreichend“). Eine Gewichtsbeschränkung auf 3,5 Tonnen gilt bereits seit 1990. Seit dem 15. November 2018 liegt ein neues Gutachten vor. Darin bescheinigt das prüfende Ingenieurbüro der Brücke schwerwiegende Mängel: Die Lager, auf denen die Brücke ruht, sind verschlissen und müssen ebenso ersetzt werden wie rostende Stahlteile. Die Benotung verschlechterte sich auf 3,8 („ungenügender Bauwerkszustand“). In einer ersten Maßnahme sollen jetzt die maroden Lager unterfüttert werden. Außerdem soll durch eine einstreifige Verkehrsführung für Entlastung gesorgt werden. Linienbusse der Vestischen sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge werden den neuralgischen Punkt allerdings trotz der geltenden Gewichtsbeschränkung weiterhin passieren dürfen. Bei der Prüfung seiner Brücken kann der Kreis Recklinghausen künftig möglicherweise auf die Hilfe des Lippeverbandes hoffen. Die Ingenieure der Tochtergesellschaft „Lippe Wassertechnik“ sollen ab 2019 die 53 Bauwerke unter die Lupe nehmen, bei denen der Kreis – „wegen Personalmangels“ – mit der Prüfung nicht mehr nachgekommen ist. Landrat Cay Süberkrüb (SPD) und Lippeverbandschef Dr. Uli Paetzel haben darüber bereits gesprochen, eine weitere Verhandlungsrunde steht in dieser Woche an. Der Kreis garantiert allerdings, dass es an seinen Brücken keine grundsätzlichen Sicherheitsprobleme gibt. Diese Einschätzung, so der für Straßen zuständige Fachbereichsleiter Friedhelm Kahrs-Ude, resultiere aus Bauwerksbesichtigungen im Rahmen regelmäßiger Streckenkontrollen. Bei einer solchen Routinekontrolle waren auch die Korrosionsschäden an der Lippebrücke in Dorsten-Hervest aufgefallen.

Neun „Problembrücken“

Insgesamt hat der Kreis neun „Problembauwerke“ identifiziert, deren Zustand mit „nicht ausreichend“ bis „ungenügend“ klassifiziert wird. Prominentestes Beispiel ist die seit April für Autos, Radfahrer und Fußgänger gesperrte Lippebrücke in Datteln-Ahsen (K 9). Seit neuestem gehört auch die Lippebrücke in Dorsten (K 32) zu den Sanierungsfällen. Unter besonderer Beobachtung stehen u. a. auch die Brücke über der Bahnstrecke an der Friedrich-Ebert-Straße in Recklinghausen (K 22) sowie die Brücke über dem Sickingmühlenbach in Marl (K 22). Auch zwei Brücken an der K 7 in Dorsten (Rhaderbach, Schafsbach) sind betroffen.

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