Verletzungsgebeutelt

Jetzt auch noch Sorgen um Burgstaller

GELSENKIRCHEN - Domenico Tedesco sprach gestern nach dem Training von „zwei Nackenschlägen“, die Schalke durch die Verletzungen von Breel Embolo und Mark Uth im Angriff hinnehmen musste. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Schalker Trainer allerdings noch nicht, dass die Personallage in der Offensive noch schlimmer wird.

Denn Guido Burgstaller verließ am Mittwochnachmittag das Trainingslager der österreichischen Nationalmannschaft. Anhaltende Leistenprobleme zwingen den 29-Jährigen dazu, die Länderspiele gegen Bosnien-Herzegowina und Nordirland abzusagen.

Ein Ausfall von Burgstaller für die nächsten Pflichtspiele wäre ein herber Schlag für die Königsblauen, die solch einen Mentalitätsspieler wie den Stürmer enorm gut gebrauchen können. Auch wenn Burgstaller zuletzt in Frankfurt nicht viel gelang, sein Engagement auf dem Platz war wieder einmal über 90 Minuten vorbildlich. Zumal wenn man auf die Ergebnisse der bisherigen Bundesligaspiele schaut, hat es Schalke in dieser Saison noch nie geschafft, aus einem Rückstand einen Sieg zu machen. Nur im Pokalspiel in Köln zitterte sich Schalke nach einem 0:1-Rückstand wenigstens noch in die Verlängerung und behielt dann glücklich im Elfmeterschießen die Oberhand.

Aber sonst? Vor allem der Verlauf vieler Bundesligapartien gibt zu denken. Gerät Schalke erst mal in Rückstand, steht am Ende meistens eine Niederlage. Das ist ein gravierender Unterschied zur vergangenen Saison, wo die Königsblauen zum Beispiel beim 4:4 in Dortmund, als sie einen scheinbar uneinholbaren 0:4-Rückstand aufholten, vom Boulevard als „Mentalitätsmonster“ gefeiert wurden. Oder auch in Frankfurt, wo die Tedesco-Elf in der Nachspielzeit aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 machte und mächtig Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf erhielt.

Davon ist in dieser Spielzeit bisher nichts zu sehen. Im Kader fehlt es offenbar an Führungsspielern, die nach Rückständen nicht die Nerven verlieren, sondern die eigene Mannschaft aufrichten und vorneweg marschieren.

Eine gute Nachricht gab es aber gestern wenigstens von Cedric Teuchert. Rund fünf Wochen nach einer Teilruptur des rechten Hüftbeugers drehte der U21-Nationalspieler erstmals wieder ein paar Laufrunden um den Trainingsplatz. Teuchert hat keine Schmerzen mehr und will die Belastung in den kommenden Wochen weiter steigern.

Kurzfristig dürfte der Stürmer noch nicht zum Einsatz kommen. Vielleicht klappt es im Dezember vor dem Ende der Bundesliga-Hinrunde, wo noch eine Englische Woche ansteht, mit einigen Kurzeinsätzen.

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