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Im Reich der Schläuche: Dr. Andreas Bastin, Vorstandsvorsitzender des Masterflex-Unternehmens.

Vestische Unternehmenspreis

Masterflex setzt verstärkt auf digitale Lösungen

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Region - Kaum zu glauben, was dieser Schlauch alles kann: In Echtzeit liefert er zum Beispiel Daten zu Feuchtigkeit und Temperatur in seinem Innern, er informiert über seinen aktuellen Abrieb und den Aggregatzustand der Stoffe, die sich in ihm befinden. „Ampius“ heißt der dank eines speziellen Datenloggers volldigitalisierte schlaue Schlauch, den das Gelsenkirchener Unternehmen Masterflex SE entwickelt hat.

Ein Schlauch mit großen Vorteilen gegenüber herkömmlichen Produkten, wie Dr. Andreas Bastin am Beispiel des Verschleißes erläutert: „Mit ,Ampius‘ vermeiden wir einen Bruch des Schlauches während der Produktion. Wir erkennen schon vorher den Abnutzungszustand, wissen, ob ein Ausfall droht und eine Wartung notwendig ist.“

Der Vorstandsvorsitzende von Masterflex berichtet, dass die vielen wichtigen Informationen von „Ampius“ zur Zeit noch mit Hilfe einer App übermittelt werden. Ziel sei es, die Daten direkt in die Betriebsabläufe zu integrieren – den jeweiligen Kundenanforderungen angepasst. Bastin: „So können wir neue Lösungen für die einzelnen Kunden anbieten.“ Und die Kunden von Masterflex sind zahlreich und sehr verschieden. Das Unternehmen, das 1987 in Herten gegründet wurde, stellt Schläuche und Verbindungssysteme zum Beispiel für die Bereiche Lebensmittelindustrie, Luftfahrt, Medizintechnik und Maschinenbau her.

„Ampius“ ist eine der digitalen Innovationen, aufgrund derer Masterflex für den diesjährigen Vestischen Unternehmenspreis mit dem Motto „Digitalisierung“ nominiert wurde. Doch das kunststoffverarbeitende Unternehmen mit weltweit 14 Standorten und insgesamt 650 Mitarbeitern – 170 davon arbeiten in Gelsenkirchen – hat im digitalen Bereich noch mehr als schlaue Schläuche zu bieten.

Seit Anfang 2017 gibt es eine vollvernetzte sogenannte „Extrusionslinie“, eine Produktionslinie, in der Kunststoff unter Druck in bestimmte Formen – hier Schläuche – gepresst wird. Da wird elektrisch gesteuert, Sensoren überprüfen bei der Herstellung Faktoren wie Feuchtigkeit und Temperatur, ein Roboter schneidet die technischen Schläuche automatisch . . . „Hier werden Schläuche nach Rezeptur produziert“, sagt Andreas Bastin. Das Ergebnis seien „konfektionierte Teile, maßgeschneiderte Lösungen mit Anschlusstechnik“, freut sich der Firmenchef.

Nicht zuletzt hat Masterflex bei seiner fortschreitenden Digitalisierung auch die Mitarbeiter nicht aus den Augen verloren – mit einer Mitarbeiter-App, wie Projektleiterin Christina Paßmann sagt. „Wir haben in unserem Unternehmen viele unterschiedliche Bereiche – wie die Produktion, das Lager, den Außendienst, das Controlling. Da ist die Kommunikation unter den Beschäftigten nicht immer einfach“, erläutert Paßmann.

Die neue Mitarbeiter-App soll dabei helfen, die Menschen aus den verschiedenen Unternehmens-Abteilungen miteinander zu verbinden. „Auf der App finden sich Neuerungen aus dem Unternehmen ebenso wie Bilder von der Weihnachtsfeier. Es gibt Themenkanäle, auch einen Chat zur Digitalisierung“, berichtet Christina Paßmann. Ihr Zwischenfazit fällt positiv aus: „Von den Mitarbeitern in Deutschland nutzen etwa zwei Drittel die App aktiv. So schaffen wir auch auf diesem Weg ein ,Wir-Gefühl‘ im Unternehmen.“

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