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Nominiert: Die Danielzik-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Jürgen Danielzik (l.) und Dipl.-Ing. Rudolf Thieme (r.) mit Projektleiterin Gabriele Schwarte.

Vestischer Unternehmenspreis

Gladbecker Bauunternehmen setzt auf eine digitale Planung

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GLADBECK - Seit knapp 25 Jahren gibt es jetzt das Innovationszentrum Wiesenbusch. „Aktuell sind dort 49 Firmen mit knapp 300 Arbeitsplätzen zu Hause“, sagt Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland. Das entspricht einer Auslastung von 99 Prozent. Eines der Unternehmen aus dem Technologiezentrum ist jetzt für den Vestischen Unternehmenspreis 2019 nominiert: Danielzik Baumanagement.

Üblicherweise, weiß der Firmengründer und geschäftsführende Gesellschafter Prof. Dr.-Ing. Jürgen Danielzik, machen Unternehmen aus seiner Branche vor allem in drei Fällen Schlagzeilen: wenn es zu ungeplanten Kostensteigerungen kommt, zu Terminverzögerungen – oder wenn Mängel auftreten. „Keines unserer Projekte ist in dieser Hinsicht bisher negativ aufgefallen“, betont Danielzik.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Danielzik für den Vestischen Unternehmenspreis nominiert ist. Schließlich steht der Preis diesmal unter der Überschrift „Digitalisierung“. Und auch in diesem Bereich hat Danielzik einiges zu bieten, wie das studentische Projektteam der Westfälischen Hochschule bei der Überreichung der Nominierungsurkunde erläutert. So habe Danielzik nämlich schon sehr früh auf „BIM“ gesetzt.

Erst die Küche, dann die Hülle

Auf was? BIM steht für Building Information Modeling – auf Deutsch: Bauwerksdatenmodellierung. Das heißt: Mithilfe einer Software wird die Planung, Ausführung und auch spätere Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken optimiert. Dabei werden alle Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. Es entstehen 3-D-Modelle von Baustellen – und diese kann man dann auf dem Tablet besichtigen. In die Software fließen die Daten aller beteiligten Fachdisziplinen ein, etwa die des Architekten und Fachplaners. Danielzik sorgt als Projektsteuerer für die Zusammenfassung und den Austausch der digitalen Daten. Dieser verbesserte Datenabgleich führe zu einer deutlich erhöhten Planungsqualität, zur Kosten- und Terminsicherheit – „und das schon in sehr frühen Projektphasen“, erläutert Geschäftsführer Dipl.-Ing. Rudolf Thieme. Ab 2020 soll der Einsatz der BIM-Methode verpflichtend sein – zumindest bei öffentlichen Bauprojekten mit einem Volumen von mehr als fünf Millionen Euro.

Danielzik setzt schon seit 2015 verstärkt darauf – aktuell etwa beim Bau der neuen Mensa auf dem Campus Duisburg der Uni Duisburg/Essen. Die Gesamtkosten belaufen sich hier auf 20 bis 30 Millionen Euro. Bei der Planung gibt es diverse Besonderheiten. So heißt es beispielsweise: Erst die Küche, dann die Hülle. Zunächst mal steht also der Produktionsbetrieb im Fokus, weil in der Mensa später zu Stoßzeiten 1000 Gäste versorgt werden müssen.

Danielzik kümmert sich um Hoch-, Tief-, Ingenieur-, Industrie- oder Schlüsselfertigbauvorhaben – von der Idee bis zur Realisierung. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet, ist seit 2006 im Innovationszentrum Wiesenbusch und hat aktuell 13 Mitarbeiter.

Wer für diesen 14. Vestischen Unternehmenspreis nominiert ist, will ihn auch holen: klar. Zumal das auch ein Indiz für eine gute Zukunft sein könnte. Denn „alle bisherigen Gewinner stehen heute sehr erfolgreich da“, sagt Preis-„Erfinder“ und -Organisator Michael Böhm. „Das spricht für die Arbeit der Jury.“

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