Viele Besucher beim "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum"

Die Stadt taucht ein ins Mittelalter-Leben

Dortmund - Es ist eine andere Zeit, ein anderer Ort. Waffen klirren, Pferde trappeln und Feuergeruch liegt in der Luft. Das "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" (MPS) begeisterte Tausende mit seinen unterschiedlichen Facetten.

Ritter, Mägde, Gaukler und Spielmannsleute - sie alle tummelten sich am Wochenende im Fredenbaumpark und erschufen eine ganz eigene Welt. MPS-Chef Gisbert Hiller ist seit 25 Jahren Teil dieser Welt. Im Rahmen der MPS-Jubiläumstour schlug er zum 24. Mal seine Zelte in Dortmund auf. "Das Mittelalterfestival ist ein Ausbruch aus der normalen, gesitteten Welt. Hier kann jeder so sein, wie er will", erklärte Hiller. Vor allem die Mittelalterbands prägen für ihn die Veranstaltung: "Wir haben hier Top-Bands, die heute bei Rock am Ring oder auf dem Wacken spielen, aber bei uns groß geworden sind."

Neben musikalischer Qualität überzeugte das MPS mit seinem Händlermarkt. 140 Händler präsentierten ihre Waren. Von antiken Salben über Schmuck und Tabaktaschen bis hin zu Fellen, Schwertern und Mittelalterkostümen. Es gab kaum etwas, das nicht angeboten wurde.

Großes Ritterturnier sorgt für Begeisterung

Unter den Ausstellern war auch Elzbieta Brandes. Sie verkaufte Mandelgebäck aus der Toskana. 32 verschiedene Sorten, ohne Mehl und Milch und nur mit Mandeln gebacken, wie sie betonte. "Ich liebe diese ganz besondere Atmosphäre hier. Das Flair ist wie eine Sucht", erzählte Brandes.

Zudem weckten die Programmattraktionen das Interesse der Besucher. Die tschechische Fechtkampfgruppe "Fictum", Achim Häfner, der "Falkner der Herzen", oder Kraftjongleur "Bagatelli" sorgten für Unterhaltung. Vor allem das große Ritterturnier versetzte die Besucher einmal mehr zurück in eine andere Epoche.

Unter den vielen mittelalterlichen Wesen trieb sich in schwarzer Kutte "Der Tod" herum und verkörperte die größte und stetig präsente Figur des Mittelalters. "Sind Sie heute schon gestorben?", fragte er immer wieder lächelnd die Besucher.

Damit wollte er die Menschen nicht erschrecken. Im Gegenteil. Er wollte ihnen die Angst vorm Sterben nehmen und eine Botschaft vermitteln: "Egal, was du in deinem Leben tust, du gehst am Ende nicht lebend heraus. Also male es so bunt, wie du kannst."

Auch kulinarisch hatte das MPS einiges zu bieten. Passend zum Mittelalter gab es unter anderem Stockbrot und Flamm-Fleisch, Wikingerblut an der Drachenschenke oder Tränke aus Wasserbüffelhörnern.

Das Mittelalter lebt

MPS-Medienbetreuer Wolfgang Fuck genoss an seiner Lieblingstaverne eine Himbeerlimonade. "Die ist Kult", verriet er. MPS bedeute für ihn Heimatgefühl, familiäre Atmosphäre und eine große Vielfalt: "Für jeden ist etwas dabei. Die einen kommen wegen alldem, für das das Mittelalter steht, die anderen reizt speziell die Musik."

Seit zehn Jahren besucht Familie Krohe die MPS-Veranstaltungen. Was sie fasziniert, ist der Umgang der Besucher miteinander: "Obwohl hier so viele bewaffnete Leute aufeinandertreffen, ist es total friedlich", freute sich die Familie.

Ein Tag auf dem MPS zeigte ihnen und den vielen anderen Festivalgästen: Das Mittelalter lebt - im Hier und Jetzt.

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