Vorbereitungen für G9 an den Gymnasien laufen

Für G9 fehlen den Schulen Räume

DORTMUND - Zum Schuljahresbeginn 2019/20 stellen die Gymnasien um auf neun Schuljahre bis zum Abitur (G9). Die Auswirkungen auf Lehrpläne, Stundentafel, Raum- und Personalbedarf müssen schnell geklärt werden. Platzmangel ist ein großes Problem. Die Bauplanung steht in den Startlöchern.

Wie groß ist der Raumbedarf durch die Umstellung auf G9?

Dazu Stadt-Sprecherin Anke Widow: "Die Stadt Dortmund unterhält 14 Gymnasien mit insgesamt 60 Schulzügen. Durch die Einführung des G9 wird eine neue 10. Klasse eingeführt. Pro Schulzug bedeutet dies eine Klasse mehr, sodass der zusätzliche Raumbedarf bei circa 60 Unterrichtsräumen liegen wird."

Wann müssen die neuen Räume zur Verfügung stehen?

Der zusätzliche Raumbedarf kommt erst zum Schuljahr 2026/27 zum Tragen. Erst dann bleibt mit der Jahrgangsstufe 13 ein zusätzlicher Jahrgang an den Schulen. Der erste G9er-Jahrgang macht 2027 Abitur. Lehrer und Schulleiter sehen allerdings schon deutlich früher einen erhöhten Bedarf an Fach- und Verfügungsräumen. Viele Schulen platzen durch Inklusion, Sprachunterricht und Förderstunden schon jetzt aus allen Nähten. Genauer lässt sich der Raumbedarf erst ermitteln, wenn die Lehrpläne und Stundentafeln für das neue G9 feststehen.

Welche Unwägbarkeiten gibt es in Sachen Raumplanung?

Der Platzmangel könnte noch größer sein, wenn sich der seit Längerem deutliche Trend zum Gymnasium weiter verstärkt. Verschiebungen der Schülerströme sind in den städtischen Berechnungen nicht berücksichtigt. Dazu könnte es kommen, wenn das zusätzliche Jahr kein Argument mehr ist für Gesamt- oder Sekundarschule.

Was ist den mit den Räumen aus der alten G9-Zeit?

Diese Räume stehen nicht mehr zur Verfügung. Sie sind belegt, weil es durch die Inklusion, erhöhte Geburtenraten und Zuwanderung mehr Kinder gibt. Auch moderne pädagogische Konzepte, die auf eine individuelle Förderung in kleinen Gruppen setzen, brauchen mehr Räume.

Welche Kosten entstehen durch die nötigen Erweiterungen?

Die Stadt rechnet mit 7,5 bis 10 Millionen Euro Kosten für den Bau der benötigten Klassenräume und die Ausstattung. "Genauere Kostenschätzungen können erst nach den entsprechenden Vorplanungen für Um-, Neu-, Erweiterungsbauten genannt werden", so Anke Widow.

Wie geht die Schulverwaltung vor?

Sobald das neue Schulgesetz in Kraft getreten ist, wird der Fachbereich Schule gemeinsam mit den Schulleitungen und den schulischen Gremien den Raumbedarf analysieren. Die Ergebnisse sollen dann in konkrete Planungen umgesetzt werden.

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