Vorfall in Aplerbeck

Suche nach Sexualstraftäter: Polizei schreibt Handynutzer an

DORTMUND - Nach dem sexuellen Missbrauch eines neunjährigen Mädchens vor einem Jahr im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck dauern die Ermittlungen an. Die Polizei hat weit mehr als 100 Hinweise bekommen, aber keine heiße Spur. Deshalb schreibt sie jetzt Handynutzer an.

Ein Jahr nach dem sexuellen Missbrauch eines neunjährigen Mädchens an der Schweizer Allee in Aplerbeck dehnt die Polizei die Suche nach dem Täter aus. Zwar waren nach den Veröffentlichungen des Phantombilds und der Täterbeschreibungen weit über hundert Hinweise bei der Ermittlungskommission "Aplerbeck" eingegangen, aber keiner dieser Hinweise habe auf die Spur des Täters geführt. Aktuell erhalten alle Mobiltelefon-Besitzer, deren Geräte zur Tatzeit in der Funkzelle eingewählt waren, Post von der Polizei.

Der 3. November 2016 zwischen 13.45 und 14.25 Uhr: Auf dem Rad- und Fußweg, der die Schweizer Allee mit der Benediktinerstraße verbindet, geht ein neunjähriges Mädchen nach Hause. An einer Pferdekoppel spricht ein unbekannter Mann die Schülerin an, führt sie über einen Feldweg und missbraucht sie. Der Mann verlässt den Tatort, als er Stimmen hört - und flieht in Richtung Schweizer Allee und Schulzentrum.

Noch kein Ende in Sicht

Polizeisprecher Sven Schönberg sagte am Freitag, dass die Ermittlungen noch lange nicht am Ende seien. Aktuell wertet die Polizei die von Telekommunikations-Anbietern gespeicherten Daten aus, die Handynutzer automatisch in einer der Funkzellen in Aplerbeck und den angrenzenden Stadtteilen hinterlassen haben.

Zwar müssen die Mobilfunk-Unternehmen solche Daten schnell wieder löschen, doch ein Richter hatte die Herausgabe der Daten für spätere Ermittlungen rechtzeitig angeordnet. Seit geraumer Zeit arbeitet die Polizei den Datenwust durch und schreibt alle Mobiltelefonbesitzer an, die am 3. November 2016 zwischen 13.30 und 14.30 Uhr in einer der von Sendemasten gebildeten Funkzellen registriert worden sind.

Namen und Anschriften

"Alle ermittelten Anschlussinhaber werden von der Polizei überprüft, ohne dass ein konkreter Tatverdacht gegen den jeweiligen Handynutzer besteht", steht in den Schreiben - denn der Handybesitzer muss nicht zwingend der Täter gewesen sein. Auch kann der Täter sich das Mobiltelefon ausgeliehen haben.

Namen und Anschriften der Rufnummern-Besitzer hat die Polizei von den Telekommunikations-Anbietern erhalten. Die Polizei bittet die Empfänger um Auskunft darüber, ob sie tatsächlich Nutzer der Mobilfunknummer sind oder wer zur Tatzeit der Nutzer der Rufnummer war.

Sollte der Täter mit einem Handy in Aplerbeck gewesen und in der Funkzelle registriert worden sein, könnte die Ermittlungskommission einen Schritt weiter kommen: Sie muss den Kreis immer kleiner ziehen und kann bei einem Verdacht die am Tag der Tat gesicherten Spuren mit einem Verdächtigen abgleichen.

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