Waffenverbot am Bahnhof

Nur wenige Messer bei Kontrollen im Hauptbahnhof gefunden

Zum zweiten Mal hatte die Bundespolizei am Wochenende den Dortmunder Hauptbahnhof zur Waffenverbots-Zone erklärt. Bei den nächtlichen Kontrollen gab es aber nur wenige Waffen-Funde.

Der Sondereinsatz der Bundespolizei war nicht zu übersehen. Mehr als ein halbes Dutzend Mannschaftswagen parkte in den Nächten zu Samstag und zu Sonntag direkt vor dem Eingang zum Hauptbahnhof. Im Innern zeigte die Bundespolizei mit verstärkten Streifen Präsenz.

Der Grund für das große Aufgebot: Zum zweiten Mal seit Juli vergangenen Jahre hatte die Bundespolizei ein Waffenverbot für den Hauptbahnhof verhängt. Am vergangenen Wochenende wurde der Einsatz sogar noch ausgeweitet.

Das Verbot galt nicht nur am Dortmunder Hauptbahnhof, sondern auch für die Bahnhöfe in Gelsenkirchen, Essen und Mülheim/Ruhr, für die die Bundespolizei-Inspektion Dortmund ebenfalls zuständig ist. Auch dort wurde verstärkt kontrolliert.

Aktion wurde räumlich und zeitlich ausgeweitet

Ausgeweitet wurde auch die zeitliche Ausdehnung. Statt wie bei der Premiere vor acht Monaten von 18 bis 2 Uhr in der Nacht, galt das Verbot in den Nächten auf Samstag und auf Sonntag nun bis 6 Uhr am Morgen.

Geblieben ist das grundsätzliche Vorgehen: Kontrolliert werden vor allem junge, oft aggressiv auftretende Männer, erklärte Bundespolizei Sprecher Volker Stall beim nächtlichen Rundgang durch den Hauptbahnhof.

Oft Streitigkeiten mit Waffeneinsatz

Der Hintergrund ist, dass bei Straftaten im Bahnhofsbereich sehr oft Messer und andere Waffen eine Rolle spielen. Im vergangenen Jahr hat die Bundespolizei-Inspektion Dortmund in ihrem Zuständigkeitsbereich weit über 200 Sachverhalte registriert, bei denen Waffen, vor allem Messer mitgeführt wurden. Deshalb sollte mit dem Verbots-Wochenende erneut "ein Zeichen gesetzt werden".

Und das wurde offensichtlich anerkannt: In beiden Nächten zusammen wurden bei Kontrollen nur fünf Messer sichergestellt, drei davon in Dortmund, dazu ein Elektroschocker. Bei einem Kontrollierten wurden außerdem Drogen, ein Schraubenzieher und eine Rohrzange sichergestellt.

Lob von vielen Reisenden

Ein 21-Jähriger störte die Polizeiaktion, indem er verfassungsfeindliche Parolen rief. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet. Außerdem wurden an allen Bahnhöfen zusammen elf Drogendelikte und ein unerlaubter Aufenthalt festgestellt. Es gab 26 Platzverweise, acht Personen landeten im Polizeigewahrsam.

Insgesamt zeigt sich die Bundespolizei mit dem Verlauf der Kontrollen zufrieden. Die Reisenden hätten sich an das Verbot gehalten, lautet das Fazit. "Und das Feedback, das wir von den meisten Reisenden bekommen haben, war sehr positiv", stellte Volker Stall fest. "Gerade viele ältere Reisende fanden die Aktion gut."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Schwerer Unfall in Oer-Erkenschwick: Auto erfasst freilaufendes Pferd
Pferd bei Unfall getötet, schlimmer Verdacht gegen vier Männer, Weizsäcker-Sohn erstochen
Pferd bei Unfall getötet, schlimmer Verdacht gegen vier Männer, Weizsäcker-Sohn erstochen
Feldwege als Abkürzung: Rasende Autofahrer lassen Anwohner in Suderwich verärgert zurück
Feldwege als Abkürzung: Rasende Autofahrer lassen Anwohner in Suderwich verärgert zurück
So kam dieser Ladenbesitzer in Herten einem iPhone-Betrüger auf die Schliche
So kam dieser Ladenbesitzer in Herten einem iPhone-Betrüger auf die Schliche
Nach dem Protest gegen AfD-Veranstaltung in Herten gibt es erste Konsequenzen
Nach dem Protest gegen AfD-Veranstaltung in Herten gibt es erste Konsequenzen

Kommentare